Aachen - Nächster Halt heißt: Heinsberg!

Nächster Halt heißt: Heinsberg!

Von: Esra Güner
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Großer Bahnhof für eine kleine Strecke: Vertreter der beteiligten Unternehmen weihten die Direktverbindung ein. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Seit Sonntag sind die Region Aachen und Heinsberg ein gutes Stück zusammengewachsen. Denn jetzt hat Heinsberg wieder einen Bahnanschluss – 33 Jahre, nachdem der letzte Personenzug die 12,2 Kilometer lange Strecke durch das Wurmtal absolviert hat.

„Die neue Verbindung ist ein großer Vorteil für beide Seiten“, versicherte Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer vor der ersten Fahrt des Zuges im Hauptbahnhof. „Ob zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit, mit modernen Elektrotriebwagen gelangen Heinsberger und Aachener nun stress- und staufrei zum Ziel.“

Die RB 33 (Rhein-Niers-Bahn) fährt an allen Tagen der Woche stündlich im sogenannten Flügelzugbetrieb. Zwei zusammengekuppelte Zugteile verkehren gemeinsam von Aachen bis Lindern. Dort wird der Zugverband getrennt. Der vordere Zugteil fährt weiter wie bisher nach Mönchengladbach und Duisburg. Wer im hinteren Zugteil sitzt, setzt seine Fahrt bequem und ohne umsteigen nach Heinsberg fort.

Neben der Endstation Heinsberg sind sechs weitere siedlungsnahe Stationen entlang der Strecke neu gebaut worden: Kreishaus, Oberbruch, Dremmen, Porselen, Horst und Randerath. Die Busunternehmen West und RVE passen ihre Linien an die neue Schienenverbindung an. Zudem gibt es an allen Stationen P+R und B+R Stellplätze für Pendler, die nicht mit dem Bus oder zu Fuß zu ihrer Station kommen.

„Berufspendler werden besonders von der neuen 50-minütigen Verbindung profitieren“, ist sich Benjamin Haag von der Abteilung International, Verkehr und Handel der Industrie- und Handelskammer Aachen, sicher. Schließlich verkehrten täglich fast 1000 Heinsberger nach Aachen, umgekehrt seien es immerhin 300.

„Aber auch für Studenten bietet Heinsberg durch die zunehmend schwierige Wohnungslage ein Ausweichmanöver“, sagte Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes (AVV).

Acht Kooperationspartner haben sich zusammengeschlossen, um das Projekt „Wurmtalbahn“ zu planen und zu realisieren. Neben dem Kreis Heinsberg sowie den Städten Heinsberg und Geilenkirchen sind das die WestEnergie und Verkehr GmbH, die Rurtalbahn GmbH, die DB Regio NRW GmbH, der Aachener Verkehrsverbund und der Zweckverband Nahverkehr Rheinland. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf knapp 20 Millionen Euro, 80 Prozent wurden durch Fördermittel finanziert.

„Es war ein richtiger Kraftakt, der sich über zehn Jahre erstreckte“, fasst Sistenich die Arbeit im Vorfeld zusammen. Umso glücklicher sei er nun über den neuen Rundumservice für die Bürger. Die Stationen boten nicht nur einen barrierefreien Zugang, Fahrkartenautomaten und Videoüberwachung.

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