Nächste Woche gleich zwei Streiks in Kitas

Von: Stephan Mohne
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Kommende Woche werden wieder Kitas dicht sein: Es gibt erneut Warnstreiks. Da die Gewerkschaften bei der Terminplanung nicht auf einen Nenner kommen, ist Montag die Komba dran und Mittwoch Verdi.

Aachen. Dass Gewerkschaften und Arbeitgeber bei Tarifkonflikten meist nicht einer Meinung sind, liegt in der Natur der Sache. Bisweilen sind sich aber die Gewerkschaften untereinander auch nicht grün. Was aktuell im Kampf um die Gehälter von Erzieherinnen und Sozialarbeitern unter anderem Konsequenzen für Eltern haben wird, deren Kinder eine der städtischen Kindertageseinrichtungen besuchen.

So streiten die Gewerkschaften Verdi und Komba zwar einerseits für die gleichen Ziele. Andererseits kommen sie diesmal bei der Absprache von Streikterminen jedoch nicht auf einen Nenner. Folglich wird es in der kommenden Woche gleich zwei Warnstreiktage geben: Die Komba-Mitglieder aus dem Erziehungs- und Sozialbereich legen am Montag ganztägig die Arbeit nieder. Die Verdi-Leute sind hingegen für kommenden Mittwoch zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Größere Auswirkungen Mittwoch

Nach Einschätzung der Stadt wird dabei der Komba-Streik am Montag nicht ganz so gravierende Auswirkungen auf den Betrieb der Kitas haben. Der Organisationsgrad der Komba in den Kitas sei nicht so hoch. „Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Kitas offen sein wird und es lediglich hier und da zu Einschränkungen kommen könnte“, sagt Björn Gürtler vom Presseamt. Am Mittwoch sieht das anders aus. Dann ist wohl erneut damit zu rechnen, dass viele Einrichtungen mangels anwesenden Personals nicht öffnen können.

Hintergrund der neuerlichen Warnstreiks ist, dass auch die dritte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern ergebnislos zu Ende gegangen ist. Die Gewerkschaften fordern höhere Eingruppierungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Erziehungs- und Sozialbereichen. Die bisherigen Regelungen dazu seien angesichts der stetig höher gewordenen Verantwortung – etwa der Erzieherinnen in den Kitas – nicht mehr zeitgemäß. Umgerechnet geht es um eine Gehaltssteigerung von rund zehn Prozent. Das lehnen die Arbeitgeber mit Verweis auf die maroden kommunalen Finanzen vehement ab.

Mathias Dopatka, Verdi-Gewerkschaftssekretär in Aachen, erläutert, dass es in den Gesprächen durchaus schon Annäherungen gegeben habe. Letztlich seien die Arbeitgeber aber doch wieder zurückgerudert – mit dem Verweis, man könne vor einer Mitgliederversammlung ohnehin keine Entscheidung treffen. Diese findet jedoch erst Ende Mai statt. „Da liegt die Vermutung nahe, dass die Arbeitgeber die ganze Sache derart verzögern wollen, dass man am Ende in den Sommerferien ist“, so Dopatka. Deshalb werde man den Druck nun weiter erhöhen. Hubert Meyers von der Komba spricht ebenfalls von einer „höchst unbefriedigenden und frustrierenden“ Lage. Es sei arrogant von den Arbeitgebern, „dass sie alle berechtigten Argumente der Beschäftigten im Erziehungs- und Sozialdienst einfach ignorieren“. Bei den betroffenen Eltern stießen diese Argumente hingegen auf viel Verständnis, so Meyers. Die nächste Gesprächsrunde der Tarifparteien ist für kommenden Donnerstag vorgesehen. Bei einem erneuten Scheitern wird es wohl auch weiterhin Streiks geben.

Apropos Gespräche: Nach Informationen unserer Zeitung wollen sich demnächst auch die Gewerkschaften – vor allem auf höherer Ebene – an einen Tisch setzen, um wieder mehr Einigkeit herzustellen. Interner Knatsch mit externen Folgen kommt nämlich in der Öffentlichkeit weniger gut an.

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