Nächste „Vitrine” glitzert bald am IZM

Von: Matthias Hinrichs
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Jetzt knattern die PresslufthÀ
Jetzt knattern die Presslufthämmer vor der Tür: Bis zum 7. März soll das neue Glasportal am gerade modernisierten Zeitungsmuseum in der Pont-
straße installiert werden. Die Hälfte der Kosten von insgesamt 45 000 Euro trägt der Förderverein, die andere Hälfte die Foto: Michael Jaspers

Aachen. Auch diese „Vitrine” im Herzen der Altstadt war schwer umstritten. Nun wird sie gebaut - diesmal allerdings, um statt uralter „Bodenschätze” ein historisches Bauwerk mit topmodernem Anspruch ins rechte Bild zu rücken.

„Im Einvernehmen mit der Stadt haben wir die langwierigenAuseinandersetzung um die Gestaltung des Glasportals am ,neuen Internationalen Zeitungsmuseum beilegen können. Und ich glaube, der Kompromiss kann sich sehen lassen”, frohlockt Meike Thüllen, Vorsitzende des IZM-Fördervereins. Denn jetzt werde eine Lösung umgesetzt, die sowohl finanziellen als auch ästhetischen Einwänden Rechnung trage.

Denkmalschützer legten Veto ein

Und so müssen Andreas Düspohl und seine Kollegen auch ein gutes halbes Jahr nach der feierlichen Neueröffnung des Hauses an der Pontstraße im vergangenen Juli das Knattern der Presslufthämmer noch ein Weilchen über sich ergehen lassen. Sowohl an der Front- als auch an der Rückfassade der alten Bürgerresidenz aus dem 15. Jahrhundert wird dieser Tage eifrig gewerkelt. „In Kürze kann das Fundament für das gläserne Entrée gegossen werden. Vom 5. bis 7. März soll der Einbau erfolgen”, berichtet der IZM-Leiter.

Dabei war ausgerechnet der transparente „Hingucker” für die Station Nummer zwei der „Route Charlemagne” mitten in der Planungsphase zum veritablen Dorn im Auge der Denkmalschützer geraten. Sie fürchteten, der historische Charme des spätmittelalterlichen Prachtbaus werde durch die aufwändige Installation zu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Mehrfach befasste sich der Architektenbeirat mit dem Thema - eine angemessene Lösung schien lange nicht in Sicht. „Zunächst war etwa geplant, eine automatische Schiebetür zu installieren, auch weil die besonders behindertengerecht ist”, erläutert Düs-pohl. Dazu wäre allerdings eine nicht gerade unauffällige Mechanik erforderlich gewesen, die einen Teil der Fassade verdeckt hätte. Daher sollen nun konventionelle Drehtüren eingebaut werden.

Der komplette gläserne Vorbau - 4,50 Meter hoch, ebenso breit und 50 Zentimeter tief - wird lediglich an acht Stellen durch denkbar unauffällige „Punkthalter” im Frontgemäuer verankert. Mit rund 45.000 Euro wird das Projekt am Ende zu Buche schlagen. Und der Förderverein legte sich nicht nur argumentativ, sondern auch mit barer Münze ins Zeug, um den lang gehegten Traum im Schulterschluss mit der Stadt zu realisieren: Er trägt die Hälfte der Kosten, wie Thüllen nicht ohne Stolz berichtet. „Schließlich soll das Entrée auch signalisieren, dass wir hier in Aachen jetzt ein einzigartiges, hochmodernes Haus eingerichtet haben”, sagt sie.

Unterdessen gehen auch die Arbeiten zum Einbau eines - ebenfalls gläsernen - Aufzugs im rückwärtigen Bereich des Museums auf die Zielgerade. Sie sollen bis Ende April abgeschlossen sein, erklärt Meike Thüllen. Auch in Sachen behindertengerechter Lift habe man dem Denkmalschutz freilich Rechnung tragen müssen, bekräftigt Düspohl - die vergleichsweise kostspielige Variante sei ebenso mit Rücksicht auf die in historisches Blaustein gefasste Fassade favorisiert worden.

Das neue „Herz” des Hauses freilich - die topmoderne, vielfach durch interaktive Computertechnik gestaltete Präsentation von Presseprodukten aus der ganzen Welt und zahlreichen Epochen - soll ebenfalls bald noch besser ins Bild gerückt werden: Andreas Düspohl geht davon aus, dass auch der Anbau im rückwärtigen Bereich bis Mitte Juni fertiggestellt ist. „Zum neuen Schuljahr ab Mitte August kann damit auch unser pädagogisches Angebot endlich im gewünschten Umfang durchstarten.”
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