Nadelöhr Kaiserplatz: Busse statt Bürgersteig

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
10087165.jpg
Engstelle zwischen St. Adalbert und den Aquis-Plaza-Nachbarhäusern: Hier sollen auf der neuen Stiftsumfahrt Busse in beide Richtungen, dazu täglich über 9000 Fußgänger und Radfahrer verkehren. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es wird eng am Kaiserplatz – nicht nur weil der Eröffnungstermin 28. Oktober für das riesige Einkaufszentrum Aquis Plaza unaufhaltsam näher rückt. Ganz nah dran sind Fußgänger nämlich künftig auf der neuen Stiftsumfahrt am Busverkehr.

Am Mittwoch soll der Stadtrat ein Verkehrskonzept beschließen, das den Busverkehr in beide Richtungen zwischen Kaiserplatz, Stiftsumfahrt, Stiftstraße, Willy-Brandt-Platz und Blondelstraße lenkt. Die Bauarbeiter haben derweil schon mal vorgelegt – und die Verkehrsführung inklusive Gehweg- und Fahrbahnbreiten mit nagelneuen Bordsteinen teils festgelegt, bevor Aachens Kommunalpolitiker dazu ihren Segen und 270.000 Euro Umbaukosten geben konnten.

Zwischen St. Adalbert und den Hausfassaden sollen laut Vorlage der Aachener Stadtverwaltung künftig mehr als 9000 Buspassagiere pro Tag ein- und aussteigen. Dabei dürfte der Gehweg vor den Häusern neben dem Aquis-Plaza-Koloss in einigen Bereichen kaum 1,50 Meter breit sein. Denn sonst kommen die Busse – jeweils 2,95 Meter (inklusive Spiegel) breit – auf der neuen Fahrbahntrasse im Zweirichtungsverkehr nicht aneinander vorbei. Wenn entgegenkommende Busse einander mit einem Sicherheitsabstand von 40 Zentimetern passieren und dabei höchstens zehn Zentimeter Abstand von der Bordsteinkante halten, bleibt bei der kaum zehn Meter breiten Straßenengstelle kaum Raum für Passanten übrig – für Radfahrschutzstreifen sowieso nicht. Anwohner befürchten nun, dass Fußgänger und Radler zwischen den roten Boliden unter die Räder kommen könnten.

Während Peterstraße und der Knoten Hansemannplatz gemäß des Konzeptes „Busnetz 2015+“ vom Busverkehr entlastet werden, rollt die Aseag-Flotte an den neuen Kaiserplatz-Haltestellen quasi im Minutentakt an. „In einer ersten Stufe sollen neben der Linie 4 die Linien 23, 43, 73, 125 sowie gegebenenfalls die Eifellinien 66 und 68 im Zweirichtungsverkehr über den Willy-Brandt-Platz und die Stiftsumfahrt geführt werden. Die Stiftsumfahrt würde dann nur noch für den Busverkehr und Anliegerverkehr zur Verfügung stehen“, heißt es von Verwaltungsseite. Fahrradfahrer sollen ebenfalls zwischen den Bussen bei Tempo 30 unterwegs sein. Eine Ampel, die Bussen wechselseitig eine weniger enge Durchfahrt zwischen Kirche und Geschäftshäusern bescheren würde, ist im Verkehrskonzept nicht vorgesehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert