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Nackter wirft Dachziegel: Krefelder Straße stundenlang gesperrt

Von: Marc Heckert
Letzte Aktualisierung:
roeger krefelder
Schwieriger Einatz: Mit großer Behutsamkeit versuchten die Retter, den 42-Jährigen vom Dach zu bekommen. Foto: Ralf Roeger
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Schwieriger Einatz: Mit großer Behutsamkeit versuchten die Retter, den 42-Jährigen vom Dach zu bekommen. Foto: Ralf Roeger
Kardinalstraße Nackter Mann auf Dach
Schwieriger Einatz: Mit großer Behutsamkeit versuchten die Retter, den 42-Jährigen vom Dach zu bekommen. Foto: Ralf Roeger
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Schwieriger Einatz: Mit großer Behutsamkeit versuchten die Retter, den 42-Jährigen vom Dach zu bekommen. Foto: Ralf Roeger
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Schwieriger Einatz: Mit großer Behutsamkeit versuchten die Retter, den 42-Jährigen vom Dach zu bekommen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein splitternackter Mann, der an der Krefelder Straße Ziegel vom Dach eines Hauses warf, hat am Mittwoch Polizei und Rettungskräfte in Atem gehalten. Die vierspurige Straße war stadteinwärts für rund viereinhalb Stunden gesperrt, ein Spezialkommando der Polizei rückte an. Der 42-Jährige, der darauf bestand, Gottes Sohn zu sein, wurde schließlich in Sicherheit gebracht.

Um 11 Uhr wurde die Polizei alarmiert. Wie der psychisch kranke 42-Jährige auf das Dach des fünfstöckigen Gebäudes an der Ecke Krefelder Straße - Kardinalstraße gelangt war, stand zunächst nicht fest. Wohl aber, was er dort oben tat: „Die Einsatzkräfte wurden mit einem Dachpfannenhagel empfangen“, berichtete Polizeisprecher Paul Kemen vom Ort des Geschehens. Die Krefelder Straße wurde stadteinwärts voll gesperrt, der Verkehr umgeleitet. Es kam zu langen Staus.

Zwar konnten Feuerwehr und Polizei mehrere Sprungtücher in Position bringen, mussten sich dann aber vor den ebenso gefährlichen wie gewichtigen Geschossen in Sicherheit bringen. Verletzt wurde niemand, mehrerere geparkte Autos erlitten jedoch teilweise Volltreffer, auch ein Feuerwehrfahrzeug wurde getroffen. Ein Kaminrohr riss der Mann ebenfalls ab. Der Schaden an Fahrzeugen und Dächern dürfte nach Kemens Einschätzung in die Zehntausende gehen. 

Da nicht nur für die Rettungskräfte, sondern auch für den unbekleideten Mann auf den schneebedeckten Dächern Lebensgefahr bestand, mussten die Retter äußerst behutsam agieren. Im Einsatz waren außer Polizei, Feuerwehr und Notarzt auch ein Höhenrettungsteam der Feuerwehr und Polizeipsychologen. Der 42-jährige Aachener, der bereits mehrere Polizeieinsätze ausgelöst hat, bestand darauf, Jesus in Person zu sein und mit „Messias“ angesprochen zu werden.

Nachdem der Mann große Teile des Daches buchstäblich abgedeckt hatte, wich er auf die Dächer zweier benachbarter Gebäude aus. Ein Spezialkommando der Polizei rückte am frühen Nachmittag an. Gegen 15.05 Uhr nutzten die SEK-Kräfte einen günstigen Moment aus, überwältigten den 42-Jährigen und brachten ihn mit einer Hubbühne vom Dach in Sicherheit.

Er wurde vor Ort notärztlich versorgt und anschließend ins Krankenhaus gebracht. „Es ist von einer anschließenden psychiatrischen Betreuung auszugehen“, heißt es im Polizeibericht. Über die Hintergründe der Tat oder den Auslöser der Tat gebe es noch keine Erkenntnisse.

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