Nacht der Unternehmen will Hochschulabsolventen in der Region halten

Von: Kristina Toussaint
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Großer Andrang: Die Nacht der Unternehmen diente bereits zum neunten Mal als Kontaktbörse zwischen regionalen Unternehmen und Hochschulabsolventen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Eine erstklassige Hochschulausbildung und Bedingungen der Spitzenklasse für die Forschung – eigentlich wäre zu erwarten, dass es in der Region nicht an Nachwuchs-Fachkräften mangelt. Doch neun von zehn Aachener Absolventen lassen sich in andere Regionen abwerben. Um diesem Trend entgegenzuwirken gibt es die Nacht der Unternehmen – eine Kontaktbörse zwischen Studenten und potenziellen Arbeitgebern.

25.000 Betriebe in der Region, über 11.000 Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung, dazu je rund 10.000 Stellen in Ingenieurbüros und im Maschinenbau – wenn es nach den Zahlen geht, die Gabriele Hilger von der Agentur für Arbeit zu präsentieren hatte, sollte kein Wirtschafts-, Informatik- oder Maschinenbauabsolvent lange nach einem Job suchen müssen. Hinzu kommt eine „Riesen-Vielfalt“ unter den verschiedenen Unternehmen, so Dr. Günter Bleimann-Gather vom Veranstalter Tema (Technologie und Marketing AG) – von international agierenden Großkonzernen über Mittelständler bis zu kleinen Familienbetrieben sei alles vertreten.

Spannend sei auch das grenzüberschreitende Arbeiten, das für viele Unternehmen in der Region ganz selbstverständlich ist, findet Karim Ben Mansour, der bei einer früheren Nacht der Unternehmen mit seinem aktuellen Arbeitgeber, der P3 Group, in Kontakt gekommen ist.

Das alles klingt nach hervorragenden Bedingungen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben – und doch zieht es insbesondere viele frischgebackene Ingenieure in andere Gefilde, zum Beispiel zu den großen Autobauern. Diesem Trend entgegenwirken und aufzeigen, was es im direkten räumlichen Umfeld alles für Möglichkeiten gibt, das möchte das Kompetenznetzwerk „car e.V.“. Bewerber werden hier an 50 Unternehmen und Forschungsinstitute aus der Automobiltechnik passgenau vermittelt.

Rund 100 Unternehmen waren bei der 9. Nacht der Unternehmen am Dienstag vertreten, viele von ihnen sind seit Jahren immer wieder dabei. Neben dem Anspruch, in der Region Präsenz zu zeigen, sei es hier möglich, in einer ganz anderen Atmosphäre ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen, so Daria Latta von P3. Das studentische Publikum biete insbesondere die Möglichkeit, passende Kandidaten als wissenschaftliche Hilfskräfte, für Abschlussarbeiten oder als Einsteiger nach dem Bachelor- oder Masterabschluss kennenzulernen, so Nora Keßler vom Fraunhofer-Institut.

Auf der Suche nach einem Werksstudenten-Job war auch Boris Lyubenov: Der Informatikstudent steht gerade zwischen Bachelor und Master und sucht den Einstieg in einen bestimmten Bereich der Softwareentwicklung. „Viele Unternehmen haben deutschland- oder weltweite Standorte, das gibt einem die Möglichkeit, zum Beispiel auch international Erfahrung zu sammeln.“ Die Region kann also auch als Sprungbrett dienen.

Zunächst einmal in Aachen bleiben möchte Laura Schwerdt. Nach verschiedenen Praktika möchte die Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens noch ein weiteres absolvieren, „noch weitere Bereiche ausprobieren, um etwas Passendes zu finden“, sagt sie.

Einen noch genaueren Eindruck vom potenziellen zukünftigen Arbeitgeber konnte man sich dann auch noch direkt vor Ort machen: Mithilfe des Busshuttles konnten Besucher 17 verschiedene Haltestellen erreichen – und live einen Einblick in die Unternehmen werfen. Workshops, kostenlose Bewerbungsfotos und ein Bewerbungsmappencheck komplettierten das Angebot. Einem Job in der Region sollte somit nichts mehr im Wege stehen.

Wer die Nacht der Unternehmen verpasst hat, findet freie Stellen der beteiligten Unternehmen auch unter karriere.ac – das Portal der IHK listet ausschließlich regionale Jobangebote. Rund 400 Stellen sind hier bereits zu finden. Auch der Blick über die Grenze lohnt sich: Jobs im benachbarten Ausland kann man zum Beispiel Mithilfe des Grenzinfopunktes finden (www.grenzinfopunkt.eu).

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