Nacht der spirituellen Lieder feiert Jubiläum

Von: Kathrin Albrecht
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Jubiläumssingen in der Citykirche an der Großkölnstraße: Die Nacht der spirituellen Lieder besteht jetzt seit zehn Jahren. Foto: Andreas Steindl

Aachen. An diesem Abend herrscht Leben in der Aachener Innenstadt: Im WM-Viertelfinale hat Deutschland gerade Frankreich mit 1:0 bezwungen. Ausgelassen feiern die Fans das Erreichen des Halbfinales. In der Citykirche St. Nikolaus an der Großkölnstraße herrscht hingegen andächtige Stille.

Noch, denn langsam strömen hier Menschen zusammen, um ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern. Vor genau zehn Jahren fand hier die erste „Nacht der spirituellen Lieder“ statt. „Ich hätte nie gedacht, dass es einmal so groß wird“, sagt Alwine Deege. Die Erzieherin und Hospizbegleiterin gründete die Singnacht gemeinsam mit Abhiti Kunz. „Damals wollte ich alle Aachener Singkreise zusammenbringen, damit wir unsere Schätze untereinander teilen“, erzählt Deege.

Bereits zum ersten Abend kamen über 200 Menschen zum gemeinsamen Singen zusammen. Seitdem zog die Idee immer weitere Kreise. Viermal im Jahr treffen sich die Sängerinnen und Sänger inzwischen, und es kamen weitere Städte hinzu. Bundesweit findet die „Nacht der spirituellen Lieder“ in über 60 Städten statt, außerdem gibt es Singnächte in Belgien, Österreich und der Schweiz.

Jeder, der möchte, ist willkommen. „Es gibt absolut keinen Leistungsanspruch. Jeder kann seine eigene Stimme finden, und es klingt immer wunderschön“, meint Alwine Deege. 300 bis 400 Sänger kommen bei den Singnächten zusammen, in der Adventszeit sind es oft noch mehr. Gesungen werden Herzens- und Seelenlieder, die aus allen Teilen der Erde kommen. Indische und indianische Gesänge, Lieder der Maori aus Neuseeland, aus Afrika und Hawaii, Gesänge aus Taizé oder Nigums, jüdische Volkslieder.

„Zu den Singnächten kommen Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Die Musik bringt alle auf ein gemeinsames Level. Sie schaffen etwas miteinander. Das zu erleben, ist wunderbar“, erzählt Abhiti Kunz. Unter den Gästen sind viele, die bereits bei der ersten Singnacht dabei waren. Immer wieder stoßen neue Gesichter dazu. „Es gibt auch Besucher, die von Singnacht zu Singnacht reisen“, erzählt Alwine Deege. Das gemeinsame Singen rühre Gefühle bei den Besuchern an, meint sie. „Diese kommen wieder ins Fließen. Alle Besucher sind durch die Stimmen miteinander verbunden. Diese Verbundenheit schafft etwas, das größer ist als man selbst. Man könnte es Spiritualität nennen.“

Zu den Singnächten gehören auch Gastmusiker. An diesem Abend sind das Ehepaar Karin und Thomas Jüchter aus Buxtehude bei Hamburg und die Sangerin Heide Clementi aus Wien angereist. Clementi leitet eigene Singnächte in fünf Städten in Österreich und gibt auch in Deutschland und Belgien Gesangsseminare. Zu Beginn singen Musiker und Gäste gemeinsam einen kurzen Willkommensgruß.

200 Sänger sind es am Freitagabend gewesen. Überwiegend Frauen, doch auch Männer haben sich eingefunden. Schnell springt der Funke über, die Stimmen erfüllen den Kirchenraum, einige bewegen sich auch zur Musik. Der Gesang lockt neugierige Passanten an. Bis in die Nacht hinein bleiben die Sänger beisammen. Viele werden auch bei der nächsten Singnacht wieder zusammenkommen.

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