Aachen - Nach rund 800 Jahren steht die Sanierung des Stauferkellers an

Nach rund 800 Jahren steht die Sanierung des Stauferkellers an

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Rundbogengewölbe aus dem 12 Jahrhundert: Unter dem Markt, dem Restaurant Sausalitos und einer benachbarten Eisdiele soll der historische Stauferkeller jetzt in eine Bar verwandelt werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das drittälteste Bauwerk Aachens erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Die offiziellen Bauanträge für die Sanierung des Stauferkellers unter dem Markt und dem mexikanischen Restaurant Sausalitos liegen der Stadt jetzt nach fast zweijähriger Planungsphase vor. „Wir müssen noch die letzten Steine aus dem Weg räumen, dann kann es losgehen”, sagt Architekt Hans-Peter Dollmann.

Und meint damit natürlich nicht die historische Substanz, sondern letzte bürokratische Hürden. Nach rund 800 Jahren wäre das Mergelstein-Gewölbe dann wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der rund 200 Quadratmeter große und bis zu vier Meter hohe Stauferkeller soll dann als Bar mit Lounge-Charakter betrieben werden. Ein separater Eingang durch die Sausalitos-Glasfront am Markt 52 und eine Treppe in die Tiefe sind bereits fertiggestellt. 43 Quadratmeter des Stauferkellers gehören der Stadt. Sie hat die Fläche dem Eigentümer der Sausalitos-Immobilie, der Aachener Grundvermögen, für zehn Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt.

Wie man Aachens Historie mit moderner Architektur verbindet, hatte das Planungsbüro Medefindt-Dollmann & Partner zuletzt an der Ursulinerstraße 7-9 bewiesen. Auf historischem Boden errichtete man für acht Millionen Euro ein Wohn- und Geschäftshaus mit 2200 Quadratmetern Fläche.

Bei den Erdarbeiten fanden Archäologen eine knapp 2000 Jahre alte römische Mauer. Diese diente damals als Rückwand eines Portikus - einer offenen Halle, deren Säulen in der Neuzeit am Hof wieder aufgebaut wurden. „Durch diese wertvollen Funde musste das Untergeschoss umgeplant werden, um das Bodendenkmal zu erhalten”, erklärt Dollmann.

Heute kann jeder Besucher des neuen Drogeriemarktes die 1,10 Meter breite und 1,60 Meter hohe Mauer, die im Kellerraum darunter mit buntem Scheinwerferlicht in Szene gesetzt ist, durch begehbare Glasscheiben einsehen. Aus den oberen Etagen des Neubaus ist indes der Blick Richtung Elisenbrunnen (bald mit 60 Quadratmeter großer Archäologischer Vitrine) oder Richtung Dom nicht weniger spektakulär. Ab Februar 2010 bezieht die Techniker Krankenkasse die beiden Obergeschosse an der Ursulinerstraße, darüber entstanden Mietwohnungen.

Die Sanierung des Stauferkellers soll im Schulterschluss mit der Denkmalbehörde gelingen. Bis zu 350 Personen will man in dem Keller bewirten, der als Unterbau eines längst zerstörten Stauferpalastes aus dem 12. Jahrhundert gilt. Nun soll der sensible Mergelstein für die Zukunft gerettet werden. Denn der braucht Feuchtigkeit und rieselt - was die Fachleute mit den Anforderungen einer modernen Szenegastronomie in Einklang bringen müssen.
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