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Nach Mandatsverlust: Daniela Jansen in beruflicher Findungsphase

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
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„Freue mich sehr, dass man mir diese Aufgabe zugetraut hätte“: Daniela Jansen war von Teilen der SPD als Generalsekretärin für eine neu aufgestellte Landespartei ins Gespräch gebracht worden.

Aachen. Wenige Tage nach dem gescheiterten Wiedereinzug in den Landtag hat die Aachener SPD-Frau Daniela Jansen allen Grund, stolz zu sein. Teile der Partei haben sich in dieser Woche bei der Neuaufstellung nach der Wahlniederlage in NRW dafür starkgemacht, dass sie Generalsekretärin unter dem künftigen Landesparteichef Michael Groschek wird.

Nun ist zwar seit Freitag Svenja Schulze, bis zum Machtwechsel in Düsseldorf Wissenschaftsministerin, für das Amt vorgesehen. Daniela Jansen ist trotzdem hörbar stolz: „Ich freue mich sehr, dass man mir diese Aufgabe zugetraut hätte“, sagt sie.

Dass ihr Name überhaupt gehandelt wurde, ist Beweis dafür, dass die Politikwissenschaftlerin in den fünf Jahren im Landtag etwas richtig gemacht haben muss. Jansen steht für die Themen Frauen, Arbeit, Soziales. Sie hat ein Gesetz erreicht, mit dem Gleichstellungsbeauftragte in Kommunen jetzt verbindlich und mit aufschiebendem Veto-Recht in die Personalplanungen eingebunden werden müssen. Und ihr ist etwas gelungen, das in einer ersten Legislaturperiode als Abgeordnete nicht selbstverständlich ist: Sie war Vorsitzende eines Ausschusses im Landtag.

Die 39-Jährige ist eine, die die Dinge heute „frontal angeht“, wie sie sagt. Aber sie habe erst lernen müssen, selbstbewusst nach vorn zu schauen. Es gibt dieses Bild vom Wahlabend, als sie fassungslos das Ergebnis zur Kenntnis nimmt, dem künftigen NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) in Aachen-Süd um nur 623 Stimmen unterlegen zu sein. „Dieser Moment hat echt wehgetan“, sagt sie. Natürlich sei einem klar, dass es als Mandatsträger diesen Moment, in dem alles stillzustehen scheint, geben kann. „Aber dass er so weh tut, das weiß man vorher nicht.“ Doch sie habe von ihrem Mann Björn Jansen, lange Bürgermeister, heute Kur- und Badedirektor in Aachen, gelernt, mit mehr Vertrauen in die Zukunft zu schauen. „Mein Mann hat immer gesagt: Wir schaffen das.“ Er habe Recht behalten.

Nach dem Politikstudium habe sie 2005 erst nur einen Zwölf-Stunden-Job im Büro des Landtagsabgeordneten Karl Schultheis gehabt und nebenbei PC-Kurse gegeben. Der Mann studierte zu dem Zeitpunkt noch. 2007 dann bekam sie eine volle Stelle bei der Regionalagentur, 2008 kamen die Zwillinge auf die Welt und ihr Mann bekam seinen ersten Job. 2012 folgte ihr Landtagsmandat, quasi ein Fünf-Jahres-Arbeitsvertrag, „der längste, den ich je hatte“, sagt sie.

Im Moment fühle sich ihr Leben wie in einer sitzungsfreien Woche an. Es gibt Termine, aber immer noch viel mehr Raum für die Familie als in einer 65-Stunden-Sitzungswoche im Landtag. So bleibt Zeit zum Joggen mit dem Mann oder einfach, um die Zwillinge früher von der Schule abzuholen.

„Ich bin in Gesprächen, was jetzt beruflich folgen könnte“, sagt sie. Klar sei: „Ich will keine Stelle, nur um versorgt zu sein. Ich will mitgestalten, mitentscheiden, Projekte managen.“ Wie wäre es also mit dem Job der Generalsekretärin? „Zum jetzigen Zeitpunkt kommt das für mich nicht in Frage“, sagt Jansen. „Ich möchte mich erst noch weiter beruflich orientieren.“

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