Nach der Ratswahl: SPD bekennt sich zur „Ampel-Lösung”

Von: mh
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Aachen. Der erste „Pirat” schlechthin, der in Kürze auf einem bundesdeutschen Ratssessel Platz nehmen wird, segelt zur Stunde einmal mehr in fremden Gewässern - rein privat. Thomas Gerger, Chemiestudent der RWTH, gebürtiger Frankfurter, seit drei Jahren wohnhaft in Aachen, hat sich bis zum Wochenende in den Urlaub verabschiedet.

Und noch etwas dürfte den angehenden Kommunalpolitiker von den allermeisten seiner künftigen „Kollegen” aller Couleur unterscheiden: Über politische Bündnisse denkt der 22-Jährige nach eigenem Bekunden zur Stunde jedenfalls nicht nach. „Wir müssen uns jetzt erst einmal mit den wichtigen städtischen Themen auseinandersetzen”, sagte er der AZ am Montag.

Anders sieht das naturgemäß bei den „alten Hasen” aus. CDU-Fraktionschef Harald Baal unterstreicht: „Klar ist, dass sich die CDU als Partei des neuen Oberbürgermeisters Marcel Philipp und stärkste Ratsfraktion in der Handlungsverantwortung sieht. Deshalb suchen wir jetzt das Gespräch mit SPD, Grünen und der FDP. Rein rechnerisch wäre eine Koalition sowohl mit der SPD als auch mit den Grünen möglich. Ich denke, in ein bis anderthalb Wochen sind wir auch in dieser Hinsicht klüger.”

Fragt sich nur, ob die Genossen den Konservativen nicht vor der Zeit einen Strich durch die Rechnung machen. Vertreter des SPD-Spitze - allen voran OB-Kandidat und Parteichef Karl Schultheis und Fraktionschef Heiner Höfken - hatten bereits am Sonntagabend bekundet, dass sie sich eine „Ampel”-Koalition durchaus vorstellen könnten. Erste Gespräche zwischen Genossen und Grünen gibt es am Montag bereits im Rahmen einer gemeinsamen Fraktionssitzung.

„Wir haben bereits vor einem Jahr vereinbart, dass wir gemeinsam auf die Suche nach einem dritten Partner gehen, wenn es für Rot-Grün nicht reicht”, erklärt SPD-Fraktionschef Heiner Höfken. Und fügt dezidiert an: „Unser Favorit heißt Rot-Grün-Gelb.” Grünen-Fraktionssprecher Michael Rau unterstreicht erneut: „Wir müssen sehen, ob und wie wir einen weiteren Partner ins Boot holen können, um eine stabile Koalition zu bilden. Ich kann und will da derzeit nichts ausschließen. Eine ,Ampel wäre natürlich eine Möglichkeit.”

FDP-Fraktionschef Wilhelm Helg indes hält es in diesem Zusammenhang nach eigenem Bekunden gar nicht so viel anders als die „Neuen” von der Piraten-Partei. „Als Opposition gehen wir davon aus, dass man auf uns zukommmt, wenn es um ein Parteienbündnis im Rat geht.”

Das wäre freilich auch ganz ohne die „kleineren Etablierten” durchaus denkbar. Nicht nur Höfken erinnert daran, „dass wir mit der CDU vor ein paar Jahren faktisch bereits wie eine Koalition zusammengearbeitet haben”.
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