Nach der OP beginnt ein neues Leben

Von: Christoph Classen
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Dank an die Spender: Der Vorstandsvorsitzende Werner Georgi (stehend links) hatte die behandelnden Ärzte und Spender sowie die kleine Ana eingeladen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Mahir war fünf Jahre alt, als er im Irak während eines Rebellenanschlags verletzt wurde. Danach konnte er nicht mehr laufen und ein Teil seines Gehirns lag offen. Amar, ebenfalls fünf, wurde durch eine Gasexplosion im Jemen verletzt.

Die Verbrennungen entstellten sein Gesicht, die starken Vernarbungen machten die Hände nahezu unbrauchbar. Die achtjährige Ana aus Angola stand zu nah am Herd, offene Flammen versengten ihre Brust.

Drei unterschiedliche Geschichten, drei bemitleidenswerte Biographien, die eine Gemeinsamkeit verbindet. Irgendwann reisten Mahir, Amar und Ana nach Aachen ins Luisenhospital. Denn dort ist die medizinische Versorgung sehr viel besser als in ihren Heimatländern. „Kinder in Not” heißt das Hilfsprojekt des Krankenhauses. Ärzte und Schwestern arbeiten unentgeltlich. Aber die Sachkosten für die Operationen kann das Krankenhaus nicht alleine aufbringen. Zum Glück gibt es großherzige Spender, auf die es sich verlassen kann.

Sie hatte Werner Georgi eingeladen, nicht ohne Grund. „Wir sind froh, dass wir mit Ihren Spenden einen kleinen Beitrag leisten können, diesen Kinder zu helfen”, sagte der Vorstandsvorsitzende des Luisenhospitals den Vertretern von Proidee Kinderhilfsfonds, Johanniter Hilfsgemeinschaft, Dr. Irmgard Hoven Stiftung, Lu-Scheins-Stiftung und Evangelischer Pfarre Brand. Georgi sagte dies auch im Namen der kleinen Ana. Denn während Mahir und Amar wieder Zuhause sind, weilt das Mädchen aus Angola derzeit noch im Luisenhospital. Aber weil Ana erst acht ist und deswegen ein bisschen schüchtern, nahm Georgi ihr diese große Bürde bereitwillig ab.

Im Rahmen des Hilfsprojekts werden zwei bis drei Kinder pro Jahr im Luisenhospital operiert. Die Vermittlung geschieht über eine Initiative namens Friedensdorf. Unentgeltlich operiert werden die kleinen Patienten von Chefarzt Dr. Siegfried Grandel und Oberärztin Anette Görg aus der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie. Oft seien es schwere Verbrennungen oder daraus resultierende Vernarbungen, die sie behandeln müssten, sagt Grandel: „Wir verwenden oft Kunsthaut.

Davon kostet ein kleines Stück 1200 Euro, bei den oft großen Verbrennungen brauchen wir aber vier bis fünf Stücke.” Und weil die Kinder bis zu neun Mal operiert werden müssen, bleiben sie meist rund ein Jahr im Luisenhospital. „Großer Dank gilt deswegen den Schwestern, die die Kinder betreuen und das auch unentgeltlich machen”, sagt Grandel.

Irgendwann kommt aber für jeden kleinen Patienten der Tag, an dem es wieder nach Hause geht. Auch für die kleine Ana. Der Abschied von der heilen (Krankenhaus-) Welt wird ihr nicht leicht fallen. Sicher ist aber: Nach der Operation beginnt für Ana in Angola ein neues Leben.

Weitere Infos zu „Kinder in Not” und Spendenmöglichkeiten gibt es unter 0241/4142301.
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