Aachen - Nach dem Gebet gibt es leckeren „Ritterauflauf“

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Nach dem Gebet gibt es leckeren „Ritterauflauf“

Von: Sabine Rother
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Schöne Bilanz: Hans Mülders (l.), scheidender Komtur, und Ordensprior Ralf Freyaldenhoven haben 2014 die Investiturfeier des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Aachen organisiert. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Bilanz kann sich sehen lassen: über 100.000 Euro Spenden für Kinder-, Jugend- und Flüchtlingsprojekte, eine engagierte Glaubensgemeinschaft, die Ideen für ein lebendiges Miteinander entwickelt und sich den realen Nöten der Christen in Israel und dem Vorderen Orient zuwendet. I

n der Aachener Komturei Carolus Magnus im Päpstlichen Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem steht nach acht Jahren ein Wechsel an: Hans Mülders, Leitender Komtur, wird von Rainald Rambo aus Erkelenz abgelöst. Als Prior gibt Ralf Freyaldenhoven, Pfarrer von St. Donatus, sein Amt nach zehn Jahren an den Bischöflichen Offizial Gregor Huben, Pfarrer von Eilendorf, weiter – das alles im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes am Freitag, 3. Juni, 18 Uhr, in St. Donatus.

Beim Rückblick atmet Mülders tief durch. Ja, eine reiche, aber auch sehr anstrengende Zeit. Unumstrittener Höhepunkt: die Investitur-Feierlichkeiten 2014 – im Jahr von Heiligtumsfahrt und dem 1200. Todestag Karls des Großen. „Die Organisation für 850 Gäste forderte alle unsere Kräfte, aber es wurde ein großartiges Ereignis.“

Fantasievoll und spirituell

Weltweit hat der Orden rund 25 500 Mitglieder (Ritter und Damen). Die Deutsche Statthalterei mit 1200 Aktiven hat sechs Provinzen mit 37 Komtureien – eine ist Carolus Magnus Aachen. Hier hat man Ziele und Aufgaben des Ordens mit viel Energie umgesetzt: fantasievoll, nah am Menschen und spirituell. So stand nicht nur „ritterliche“ Hilfe für Christen im Heiligen Land im Vordergrund, sondern auch das Miteinander im eigenen Umfeld, verbunden mit Vorträgen.

„Der Komtur muss für ein interessantes Programm sorgen, da war ich permanent auf der Suche nach Anregungen“, erzählt Mülders, der rund 100 Beiträge organisierte – unter seinen Gästen waren Petra Held, Dozentin der Hebräischen Universität Jerusalem, und Khouloud Daibes, Botschafterin der palästinensischen Autonomiebehörde in Deutschland. „Wir haben eine Menge über die Benachteiligung der Christen erfahren, über Drangsalierungen und IS-Terror“, betont Freyaldenhoven.

Dabei standen auch Themen wie „Euthanasie und Patientenwille“ auf dem Programm. Es sind viele stille, fast unscheinbare, aber einfühlsame Neuerungen, die Freyaldenhoven und Mülders eingeführt haben. Die Ordensmitglieder gehen zu jeder Priesterweihe. Zudem wurde einen Gruppe organisiert, die sich um alte und kranke Mitglieder kümmert. Die Fußwallfahrt nach Moresnet findet regelmäßig statt. Jährlich veranstaltet man einen Heilig-Land-Tag in St. Donatus, und zum Karlsfest nehmen rund 20 Ritter am Pontifikalamt im Dom teil. Aktiviert wurden die Kontakte rundum – zur Statthalterei Regio Limburg, zum Karmelitinnen-Konvent Düren und zu den Benediktinerinnen der Abtei Mariendonk in Grefrath.

St. Donatus bleibt Gedenkstätte

Eine besondere Geste: In St. Donatus gibt es ein Totenbuch mit den Sterbetagen aller Ordensmitglieder. Bei jedem Jahresgedächtnis wird eine Messe gelesen. Damit bleibt die Kirche Gedenkstätte der Komturei. Wenn Mülders persönliche Bilanz zieht, war es die Reise mit einer Gruppe des Kindermissionswerkes zu Projekten in Israel, die ihn besonders geprägt hat: „Diese Tour hat meine Überzeugung verstärkt, es war unbeschreiblich eindrucksvoll“, gesteht er. Gibt es Tipps für seinen Nachfolger? „Keine!“, sagt Mülders. „Jeder hat seine eigenen Ideen und Schwerpunkte, und man muss nicht alles neu erfinden.“

Fortgeführt wird die neu geschaffene Tradition des „Ritterauflaufs“. Dabei handelt es sich tatsächlich um ein Gericht in vielen Wandlungsphasen. „Die Gemeinschaft des Gebets wird gepflegt, indem sich bis zu vier Mitglieder des Ordens im privaten Rahmen treffen, und damit keiner zu großem Aufwand gezwungen ist, haben wir beschlossen, dass der Gastgeber stets einen Auflauf anbietet.“

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