Aachen - Nach dem Feuer treten die Notfallpläne in Kraft

Nach dem Feuer treten die Notfallpläne in Kraft

Von: Nicola Gottfroh
Letzte Aktualisierung:
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Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: In der Bibliothek der Pfarre St. Donatus turnt nun die Gymnastikgruppe, nachdem in Brand zwei Turnhallen abgebrannt sind. Ein Notfallplan für die betroffenen Schulen und Vereine ist nun fertig.

Aachen. In der Not halten die Brander fest zusammen. Das hat Marianne Krott in den vergangenen Wochen festgestellt. Die Leiterin des Bezirksamtes Aachen-Brand koordiniert nach dem verheerenden Feuer in zwei Turnhallen des Stadtteils Anfragen hilfesuchender Schulen und Sportvereine und die Hilfsangebote.

Und das sind nicht wenige. „Auf der Straße steht derzeit keiner. Der Sportunterricht kann bald wieder stattfinden”, betont Krott. Gesamt- und Marktschule, deren Sporthallen nach dem jeweiligen Feuer erst einmal saniert werden müssen, haben in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt und dem Fachbereich Sport der Stadt Aachen detaillierte Notfallpläne erarbeitet. Diese treten am Donnerstag in Kraft. Dann steht dem Schulsport nichts mehr im Weg.

Die Gesamtschule an der Rombachstraße hält die Sportstunden, so sieht es der Plan vor, zukünftig - statt in ihrer großen Dreifachsporthalle - in Ausweichquartieren in der Innenstadt ab. Das erfordere zwar eine Busfahrt und sei relativ umständlich, aber die beste Alternative, so Krott.

Anders sieht der Notfallplan der Marktschule aus. Auch deren Schüler müssen auf andere Räume ausweichen. „Hier lautet das Prinzip allerdings: Kürzere Beine, kürzere Wege”, erklärt Marianne Krott. Deshalb ist die städtische katholische Grundschule eine Kooperation mit der Karl-Kuck-Grundschule eingegangen.

Letztere bietet Hallenzeiten eigens für die Marktschüler an. Damit sich der Fußweg für die Kinder aus der Marktstraße auch lohnt, wurden einzelne Sportstunden zusammengezogen. „Falls der Weg für die Kinder zu weit sein sollte, muss über Alternativen nachgedacht werden”, teilt Rita Klösges vom städtischen Presseamt mit. Für die Schüler der vierten Schuljahre wird zudem eine zusätzliche Schwimmstunde eingeplant.

Schnelle Hilfe leistete auch die Brander Kirchengemeinde St. Donatus. Sie stellt den Schulen und Brander Vereinen ihre Räume zur Verfügung. Das kommt insbesondere der benachbarten Marktschule zugute. Geturnt werden darf ausnahmsweise im großen Pfarrsaal und in der Bücherinsel, der Bibliothek der Pfarre.

„Letztere eignet sich besonders gut für die Gymnastikgruppen der Brander Sportvereine”, berichtet die Bezirksamtsleiterin Krott, obwohl sie eingestehen muss: „Für die Vereine ist die Situation insgesamt schon etwas schwieriger.” Etwa für die Handballteams der Borussia, die in einer großen Dreifachhalle trainieren müssen, sei die Situation eine Herausforderung.

Dem kann Helmut Schönell, Vorsitzender der Borussia Brand, nur zustimmen. Auf neun verschiedene Hallen in den Stadtbezirken sowie im belgischen Eupen und niederländischen Bocholtz können die Spieler im Wechsel ausweichen.

Schönell freut sich über die Hilfe der befreundeten Vereine und die unbürokratische Unterstützung der Stadt. „Alle rücken ein wenig enger zusammen und zeigen Verständnis für die Situation. Das ist ganz toll”, sagt er. Zum Dauerzustand dürfe das Pendeln allerdings nicht werden: „Die Spieler sind länger unterwegs als sie letztlich trainieren.”
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