Nach „Betonunfall“ in Haaren: Bachsanierung wird kostspielig

Von: Günther Sander
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Haaren. Ein „Umweltfrevel am Weidenbach“ hatte die Gemüter der Haarener in der Weihnachtszeit erhitzt. Nur drei Monate nach der offiziellen Taufe des Baches wurde eine größere Menge Flüssigbeton in einen Schacht gekippt, der Bach quasi „zubetoniert“.

Das bedeutete das Aus für zahlreiche Kleinlebewesen. Kurz darauf hieß es, das ganze Malheur sei ein Versehen gewesen.

Astrid Urgatz, Sprecherin der Bachinitiative, sagte der AZ, es habe kürzlich eine Ortsbesichtigung stattgefunden, bei der Vertreter der Stawag, des Fachbereichs Umwelt, des Versicherers und zahlreiche Bach-Anrainer zugegen gewesen seien. Es sei dabei um eine Schadensbilanz gegangen, denn dem Versicherer sei nicht bekannt gewesen, dass der Bach über Privatgrundstücke fließt. Urgatz bemängelte, dass man viel zu spät zu diesem Termin informiert worden sei.

Gutachten steht noch aus

Der Versicherer habe herausfinden wollen, welcher Aufwand, auch finanziell, nunmehr erforderlich werde, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen und Schadensbegrenzung zu leisten. Der Fachbereich Umwelt habe signalisiert, dass man bereit sei, mehr für die Renaturierung auf den Grundstücken zu tun.

Fest stehe aber, dies könne nur in Handarbeit erfolgen, selbst ein Minibagger sei in der Enge nicht einsetzbar. „Das kostet richtig Geld“, so Urgatz. Man überlege gar, ein ganz neues Bachbett anzulegen. Derzeit warte man noch auf ein Gutachten. „Ich glaube, wir sind auf einem vernünftigen Weg“, stellte Astrid Urgatz fest.

Verursacher muss zahlen

In der Sitzung der Bezirksvertretung rückte Walter Goffin, Abteilungsleiter Gewässerschutz im Umweltamt der Stadt, die Vorkommnisse ins rechte Licht. Bei Arbeiten im Auftrag der Stawag sei von einer Baufirma ungewollt Beton in den Bach geleitet worden und habe das Gewässer zu 70 Prozent „verstopft“. Natürlich sei man bemüht, den Schaden wieder gut zu machen. Fakt sei auch, dass zahlreiche Kleinstlebewesen getötet wurden.

Nach der Entfernung des Betons werde der Weidenbach wieder von seinem schweren Ballast befreit sein, versicherte Goffin. Es brauche allerdings etwa zwei bis drei Jahre, ehe sich der Bach unter ökologischen Gesichtspunkten komplett erholt habe. Die Kosten für die Schadensregulierung würden zu Lasten des Verursachers gehen. Möglich sei auch, dass eine Versicherung sich daran beteiligen werde.

Was aber nicht gehe, sei, im Zuge der bevorstehenden Maßnahme den Bach, wie von vielen Anrainer gewünscht, dort freizulegen, wo er verrohrt sei. Um den Anrainern entgegenzukommen, wolle man neue Bäume und Sträucher am Bach pflanzen. Die Bezirksvertretung wünscht sich, dass diese Panne rasch behoben werden kann.

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