Nach Aufruf durch Rechtsextreme: Gedenksteine beschädigt

Von: red/pol
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Neonazis haben im Internet dazu aufgerufen Stolpersteine zu verdecken und zu überkleben. Foto: Harald Krömer

Aachen. Unbekannte Täter haben am Sonntagnachmittag die Stolpersteine in der Aachener Augustastraße mit einer ätzenden Flüssigkeit beschädigt. Die Gedenksteine für ein Aachener Ehepaar, das 1942 in einem Vernichtungslager ermordet wurde, wurden erst kürzlich das Ziel von rechten Tätern. Vorausgegangen war der Aufruf einer bundesweit bekannten Rechtsextremistin. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Wie die Polizei mitteilte, wurden die im Gehweg eingelassenen Stolpersteine am Sonntag gegen 17.45 Uhr mit der noch unbekannten Flüssigkeit beschädigt. Nun ermittelt der Staatsschutz, da mutmaßlich ein rechtsextremes Motiv vorliegt. Zeugen können sich bei den zuständigen Ermittlern unter 0241/957735201 oder 0241/957734210 (außerhalb der Bürozeiten) melden.

Die Tat könnte in Zusammenhang mit dem Aufruf einer 37-jährigen Rechtsextremistin aus Bornheim stehen. Sie hatte im Juni in sozialen Medien dazu aufgerufen, die Gedenksteine bundesweit zu überkleben. Daraufhin hatte die Aachener Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) und die Stadt Aachen Strafantrag wegen der Verunglimpfung des Ansehens Verstorbener und Volksverhetzung gestellt.

Die betroffenen Gedenksteine in der Augustastraße wurden kurz nach dem Aufruf von Unbekannten abgedeckt. Rund 60 dieser Messingquader gibt es in Aachen, in Deutschland insgesamt rund 56.000. Damit soll den Opfern des Nazi-Regimes gedacht werden.

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