Aachen - Nach 45 Jahren: KGS Bildchen völlig marode

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Nach 45 Jahren: KGS Bildchen völlig marode

Von: Stefan Herrmann
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In die Jahre gekommen: Das alte Gebäude der KGS Bildchen soll nach Vorstellung der Verwaltung abgerissen werden. An gleicher Stelle ist im Preuswald ein Neubau für circa 5,3 Millionen Euro vorgesehen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Sie liegt am Rand von Aachen, doch in diesen Tagen rückt die kleine Grundschule Bildchen in den Fokus. Denn das Gebäude der einzügigen KGS ist derart marode, dass die Experten des städtischen Gebäudemanagements nur noch eine Lösung für den Schulstandort im Preuswald als vernünftig erachten: komplett abreißen und neu bauen.

Doch bis die ersten Bagger anrollen, müssen die aktuell 98 Schüler (darunter 23 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf) und ihre Lehrer noch unzählige Unterrichtsstunden im alten Komplex ausharren. Nach jetzigem Stand ist frühstens 2018 mit einem Beginn der Baumaßnahme zu rechnen, wie das städtische Presseamt mitteilte.

Dach kaputt, Heizung defekt

Der Flachbau ist im Zuge der kompletten Erschließung der Siedlung nahe der belgischen Grenze entstanden und wurde 1970 fertiggestellt. Wurde zuletzt zunächst noch eine Sanierung der Schule in Betracht gezogen, haben jüngste Begehungen ergeben, dass aufgrund der „sehr schlechten Bausubstanz“ ein Abriss und anschließender Neubau an gleicher Stelle die wirtschaftlich vernünftigste Lösung sei.

Die Mängelliste ist lang: Das Dach müsste komplett erneuert werden, auch die Fassaden würden eine umfassende Sanierung benötigen, zudem ist die Heizungsanlage defekt. Auch entspreche die vor 45 Jahren geplante Aufteilung und Größe der Räume nicht mehr den modernen Anforderungen an ein inklusives schulisches Konzept. Daher lautet die Lösung für die Verwaltung fest: Abriss samt Neubau.

Aber auch das kostet jede Menge Geld: Nach ersten Schätzungen geht das Gebäudemanagement derzeit von Kosten in Höhe von 5,3 Millionen Euro aus. Allerdings: Hierbei handelt es sich lediglich um eine erste grobe Kalkulation, die Kostenunsicherheit beziffern Experten daher auf bis zu 40 Prozent. Zu den Baukosten kommen zudem weitere Belastungen hinzu. Denn für die Zeit des Abriss und des Neubaus müssen die Grundschüler in einem Ausweichquartier untergebracht werden.

„Diese Kosten können jedoch erst nach Abschluss des Planungsverfahren weitergehend ermittelt werden“, heißt es in der Verwaltungsvorlage, über die nun die Politik zunächst in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte (Mittwoch, 15. Juni, 17 Uhr, Ratssaal) und einen Tag später im Schulausschuss (16. Juni, 17 Uhr, Verwaltungsgebäude Mozartstraße) entschieden werden soll. Wohin Schüler und Lehrer für die Bauzeit ausgelagert werden könnten und ob eine praktikable Lösung im Viertel realisierbar ist, sei aufgrund des sehr frühen Planungsstadiums noch nicht geklärt, so das Presseamt.

In einem Neubau mit einem multifunktionalen Raumkonzept wäre auch der inklusive Ansatz der Brennpunktschule besser zu realisieren, ebenso wie der Offene Ganztag, argumentiert die Verwaltung. Der wird von nahezu allen Eltern in Anspruch genommen. Derzeit gehen 96 von 98 Kinder in eine der fünf OGS-Gruppen. Das entspricht einer Versorgungsquote von 98 Prozent.

Zunächst müssen in einem ersten Schritt aber außerplanmäßige Mittel in Höhe von 210.000 Euro im eh schon arg strapazierten Haushalt locker gemacht werden, damit die Fachverwaltung die Planungen für das Bauprojekt vorantreiben kann.

Im Preuswald ist derzeit einiges Bewegung: Direkt neben der alten Kita aus den 60er Jahren an der Reimser Straße und der Grundschule entsteht ein langgezogener zweigeschossiger Kita-Neubau mit Mehrzweckraum in Hanglage. Die Investitionssumme liegt laut Gebäudemanagement bei 3,3 Millionen Euro.

Die bisher dreigruppige Einrichtung in der Nachbarschaft zieht ab dem kommenden Kitajahr dann – aufgestockt um zwei Gruppen – in den Neubau und bietet Platz für bis zu 100 Kinder. Da alle Gebäude auf einem großen Areal nah beieinander liegen, hatten die Planer beim Kita-Neubau von vornherein im Blick, bei einer Sanierung des Schulgebäudes beziehungsweise dem nun favorisierten Neubau ein einheitliches Ensemble entstehen zu lassen.

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