„‘n Teller Buntes“: Rapper und Ex-Freundinnen mit Damenbart

Von: Laura Hentz
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Comedy für den guten Zweck: Wie die Fleddermäuse (Foto) traten zahlreiche Kabarettisten und Kleinkünstler bei der Benefizgala „`n Teller Buntes“ im Saalbau Rothe Erde auf. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ob Sorgen deutscher Gangsterrapper, Exfreundinnen mit Damenbart oder brennende Autos in Berlin: So ziemlich jedes Thema, das ihm in den Sinn kommt dreht und wendet der Kölner Klavier-Kabarettist Henning Schmidtke und plaudert und spielt sich und die Zuschauer in Ekstase. Hinterfragen, Welt verbessern oder sich zumindest darüber amüsieren – das ist seine Stärke und lässt sein Publikum Tränen lachen.

Warum fahren Banker immer schwarze Autos ohne kreative Aufkleber? Und wer hat eigentlich so fiese Kinderlieder geschrieben? „Die Akte X der Mundorgel ist doch ‚Drei Chinesen mit’m Kontrabass. Mal ganz ehrlich, wer hat da die Bullen gerufen?“, fragte sich Schmidtke.

Es war der Höhepunkt der diesjährigen Aachener Comedy-Kleinkunst-Gala im Saalbau Kappertz. Zum zehnten Mal servierte Organisator Norbert Conrads seinen Gästen „‘n Teller Buntes“ und freute sich sichtlich, auch dieses Mal knapp 9000 Euro Reinerlös erwirtschaftet zu haben. Das Geld kommt der Behindertenhilfe Aachen und der Heilpädagogischen Waldorfschule Aachen zu Gute. „Damit haben wir insgesamt die 81 000 Euro Marke geknackt“, erklärte Conrads stolz und betonte, ohne die zahlreichen Sponsoren und die Künstler, die den Abend ohne Gage bestritten, wäre dies nicht möglich gewesen.

Singende Moderatoren

Und die bauten den Gastgeber gleich mit in die Show ein: Bauchredner „Mawisch“ erweckte nicht nur Rabe Julius zum Leben, sondern legte auch dem Moderatorenteam Conrads und Veronika Siebert spielend Worte in den Mund und ließ die beiden für sich singen. Für noch mehr musikalische Lacher sorgte „Der lange Meickel“ mit seinem französich-öcher Chanson. Und das Quintett „Mit Ohne Alles“ bot dem Publikum „Feinkost A-Capella, spritzig wie’n Riesling und knusprig wie’n Keks“.

Auch die „Fleddermäuse“ durften natürlich nicht fehlen: Mit einem Augenzwinkern widmete sich das Aachener Kult-Kabarett Do-it-yourself-Operationen, Rentnertüv und dem „Jakobsweg für Anfänger“ – dem Eifelsteig. Frei nach dem Motto „lebe wild und gefährlich, aber auf beschilderten Wegen“ traf ein Einheimischer hier auf allerlei wanderwütige Städter in Outdoor- statt „Vor-die-Tür“-Klamotten, die im kalorienverbrennenden Nordic-Walking-Schritt durch die Wälder streiften.

Das Duo vom „Wall Street Theatre“ fand ebenfalls den Weg in den „Wild Wild West – all the way from Verlautenheide“. Die Gentleman-Comedians tanzten den Ohrentanz, ließen ihre Krawatten fliegen und brachten den Saal mit ihren Zaubertricks zum Johlen. Auch Norbert Conrads zeigte sich verzaubert von dem hohen Niveau der Künstler und der gelungenen Jubiläumsshow.

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