Mutter-Kind-Aktivitäten für Flüchtlingsfamilien bei der AWO

Von: Katharina Menne
Letzte Aktualisierung:
12090488.jpg
Hilfe bei der Integration: Nassim Navvabi, Fachbereichsleiterin für die Kinder-Tageseinrichtungen bei der AWO, spielt mit Flüchtlingskindern im Rahmen des Projektes „Arbeit mit Kindern und Eltern in besonderen Situationen“. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Kinder haben das Toben und Spielen zum Glück nicht verlernt. Ihre Mütter aber tun sich schwer, die Fluchterlebnisse hinter sich zu lassen.

Im Rahmen des Projekts „Arbeit mit Kindern und Eltern in besonderen Situationen“ bietet die Arbeiterwohlfahrt (AWO) an drei Terminen in der Woche Flüchtlingsfamilien die Möglichkeit, die deutsche Kultur kennenzulernen und in geschütztem Rahmen Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.

Die Termine finden in den AWO-Kitas „Mittendrin“ und „Kalverbenden“ statt und geben Raum, um miteinander zu spielen, aber auch für Fragen und Anliegen rund um die Eingewöhnung in Deutschland.

„Anfangs brauchte es viel Überredungskunst, dass die Mütter mit ihren Kindern überhaupt regelmäßig kommen“, erzählt Elham Ghoudarzi. „Aber als ich mit ihnen über meine eigenen Migrationserfahrungen gesprochen habe, haben sie angefangen mir zu vertrauen.“ Die gebürtige Iranerin betreut das Projekt und hilft den Familien, wo sie nur kann. An einem der drei Tage geht sie mit ihnen auf Entdeckungstour in Aachen und der näheren Umgebung. Es sei wichtig, dass sie sich in ihrer neuen Umgebung gut zurechtfinden, sagt sie.

Brücken bauen

Als Sprach- und Kulturmittlerin versucht sie eine Brücke zu schlagen zwischen den Herkunftsländern der Familien und der deutschen Kultur. So waren sie in der Vorweihnachtszeit zusammen auf dem Weihnachtsmarkt, haben an Ostern im Park Ostereier gesucht, aber auch das kurdische Neujahrsfest gefeiert. Sie will Vorbild dafür sein, dass der Kulturspagat klappen kann. Sowohl die Kita „Mittendrin“ als auch die neue Kita „Kalverbenden“ liegen in direkter Nähe zu Flüchtlingsunterkünften, so dass das Angebot zum einen auf den unmittelbar sichtbaren Bedarf reagiert, aber auch eine Vorbereitung für die Kinder auf den Kita-Alltag ist.

„Wir wollen damit den Kulturschock ein bisschen abfedern“, sagt Nassim Navvabi, Fachbereichsleiterin für die Kinder-Tageseinrichtungen bei der AWO. Manche Flüchtlingskinder seien an ihrem ersten Kindergartentag gnadenlos überfordert. Mit den Mutter-Kind-Aktivitäten können sie sich langsam eingewöhnen.

Gefördert wird das Projekt durch den Landschaftsverband Rheinland. Nassim Navvabi hat den Projektantrag im September des letzten Jahres eingereicht und ist sehr froh, dass die Förderung bereits im Oktober bewilligt wurde. „Für uns war es naheliegend und selbstverständlich, in Kontakt mit den Familien zu treten und Wege zur Unterstützung ihrer nachhaltigen Integration in Aachen zu finden“, sagt sie. Das Projekt, das in jedem Fall noch bis Ende des Jahres läuft, biete dafür vielfältige Möglichkeiten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert