Musiktheaterstück: Wenn Maschinen Musik machen

Von: Maike Holle
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Marion Simons-Olivier stellt ihr neues Musiktheaterstück "Schläft ein Lied in allen Dingen" vor, Ludwig Forum, Jülicher Straße, (mh) (Waschzettel im Anhang!) Foto mit Marcus Kriegel Foto: mit Marcus Kriegel

Aachen. „Schläft ein Lied in allen Dingen“ – so heißt es in Joseph von Eichendorffs Gedicht „Wünschelrute“. Warum nicht auch in Maschinen? Diese Frage stellten sich Marion Simons-Olivier, Benjamin Schneider sowie Marcus Kriegel und bringen darauf aufbauend jetzt ein ganz besonderes Musiktheaterstück auf die Bühne.

„Die Grundlage für die Geschichte des Stücks waren digitale Aufnahmen der Webstühle im Tuchwerk“, berichtet Simons-Olivier, die für Text und Regie des Werks „Schläft ein Lied in allen Dingen“ verantwortlich ist. Hinzu kamen Druckmaschinen und ultraschallsensible medizinische Gerate. Kriegel hinterlegte die Aufnahmen mit Bässen und Tönen.

Auf der Bühne präsentiert er als DJ live die Maschinenklange – teilweise in festgelegter Form, aber auch als Improvisationen. Dabei wird er von Schneider (E-Gitarre), David Andres (E-Bass) und Max Hilpert (Schlagzeug) begleitet. Durch die Zusammenstellung dieser musikalischen Abläufe arrangierte Komponist Schneider eine ganz neue, besondere Art der Musik.

Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Protagonist, der eine besondere Gabe hat: Anhand der Klänge von Maschinen hört er die Arbeiter, die diese bedienen und erkennt ihren Gemütszustand. Vor dem Hintergrund der Weberaufstände, die es auch in Aachen als ehemalige Tuchindustriestadt gab, nimmt er den inneren Aufruhr der Arbeiter im Klang der Webstuhle wahr. Und auch bei anderen Maschinen hort er plötzlich die Menschen dahinter.

Der Verlauf der Geschichte wirft beim Protagonisten Fragen auf: Ist das, was er da hört, er selbst? Oder stecken andere Menschen dahinter? Welche Bedeutung kann diese Fähigkeit in der Zukunft haben? Gespielt werden die drei Figuren des Musiktheaterstücks von Christian Cadenbach, Laura Thomas und Stephan Wurfbaum.

Das Musiktheaterstück verbindet Natur- und Ingenieurwissenschaften mit kulturellen Aspekten, erläutert Simons-Olivier. So befasst sich das Projekt mit wissenschaftlichen Fragestellungen. Welche Rolle spielt Klang in der Wissenschaft? Was ist mit Klang möglich? Ist der Klang des Menschen messbar? Auf diese Weise sollen neue Formen der experimentellen Zusammenarbeit zwischen Naturwissenschaften und Kultur geschaffen werden. Der Bezug auf die Weberaufstände und damit auf die Tuchindustrie stellt die regionale Verbindung zu Aachen her.

Finanziell wird das Projekt unterstützt vom Zweckverband „Region Aachen“, vom Kulturbetrieb der Stadt Aachen und durch das Förderprogramm „Regionale Kulturpolitik“ des Landes Nordrhein-Westfalen.

Infobox: Termine, Tickets und weitere Infos: Zu sehen ist das Stück jeweils ab 20 Uhr am 30. September und 1. Oktober im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97–109 und am 6. Oktober im Zinkhütter Hof, Cockerillstraße 90 in Stolberg. Karten gibt es in der Buchhandlung Schmetz am Dom, Münsterplatz, für zehn Euro.

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