Aachen - Musiktheater: Der nackte Elefant will nicht auf die Bühne

Musiktheater: Der nackte Elefant will nicht auf die Bühne

Von: Ines Kubat
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Musiktheater für alle Kinder unter 100: Sarah Antonia Rung (Kostüme), Mazdak Tavassoli (Inszenierung) und Andreas Klippert (von links, Musikalische Leitung) laden in den Zirkus Furioso. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der Lack ist ein wenig ab im Zirkus Furioso. Die Blütezeit der großen Vorstellungen, die das Publikum mit groß geweiteten Augen zurückließen, gehören längst der Vergangenheit an: Das ist nicht nur durch die Kostümen verdeutlicht, sondern auch daran, dass hinter den Kulissen unter den Akrobaten, Clowns und der Zirkusleitung nicht alles reibungslos abläuft.

Wenn sich manchmal der Vorhang einen Spalt lüftet, sieht man, was es dahinter für Problemchen gibt, verrät Regisseur Mazdak Tavassoli schmunzelnd. Erstmals inszeniert er am Theater Aachen und feiert mit dem Kindermusical „Zirkus Furioso“ nach der Vorlage von Peter Schindler am Samstag, 5. April, in der Kammer des Theaters gleich eine Doppelpremiere.

Und furios scheint es in diesem Musiktheater tatsächlich zuzugehen: Nicht genug, dass der Zahn der Zeit an dem Zirkus nagt und der Erfolg ausbleibt. Noch dazu wird der Star-Bär von einer Maus gebissen, fährt aus seiner Haut und will nun – nackt – auf keinen Fall auftreten. Da ist guter Rat teuer, vor allem weil die leicht cholerische Direktorin Leonie Pimpelmoser, gespielt von Elke Borkenstein, nicht wahr haben will, dass der Zirkus am Rande des Ruins steht. Doch der Dumme August, den Markus Weickert mimt, ist gar nicht mal so dumm ist wie jeder denkt: Er versucht, die Show zu retten, und lässt sich dazu immer wieder etwas Neues einfallen.

Und so kann das Publikum auf allerhand Trubel auf der Bühne gespannt sein. Vom nackten Bären, über geschickte Jongleure, Feuerschlucker bis zur bauchredenden Giraffe – der Phantasie sind im Zirkus Furioso keine Grenzen gesetzt. Schließlich gilt wie immer „The show must go on!“, so Katrin Eickholt, die die Produktion theaterpädagogisch betreut.

Und dass die Theaterbesucher dank der eingängigen Zirkusmelodien und einiger Jazzelemente mit Ohrwürmern nach Hause gehen werden, da ist sich Eickholt sicher. Zwar gäbe es ein paar Dialoge, aber meistens werde gesungen, so der musikalische Leiter Andreas Klippert: 25 Mädchen und Jungen des Kinderchores vom Aachener Theater werden in den verschiedensten Rollen auf der Bühne zu sehen und vor allem zu hören sein.

Klippert führt den Chor seit einigen Jahren und versucht dabei, immer wieder interessante Stücke für die Bühne zu finden, die die Begeisterung der jungen Talente wecke. Zwischen sieben und 14 Jahre alt sind die jungen Schauspieler und Sänger, denen man den Spaß an der Arbeit durchaus anmerke, wie Regisseur Tavassoli betont. Gleichzeitig sei ein solches Musical auch ein Kraftakt für die Jugendlichen, wenn es zur Premiere hin gelte, neben der Schule viel Zeit für die Proben aufzuwenden.

Damit jedes Kind einmal allein das Rampenlicht genießen darf, seien die meisten Rollen doppelt besetzt. Musikalisch begleitet wird der Kinderchor von Mitgliedern des Sinfonieorchesters.

„Zirkus Furioso“ ist ein Stück für Kinder von 0 bis 100 Jahren, wie es augenzwinkernd auf den Flyern vermerkt ist: Im Zirkus fühlen sich doch die meisten wieder ein bisschen als Kind, so Theaterpädagogin Eickholt.

Die Premiere am Samstag ist bereits ausverkauft. Allerdings gibt es noch Karten für die restlichen fünf Spieltermine am 27. April, 11. und 24. Mai, 7. Juni und 5. Juli. Gespielt wird jeweils rund eine Stunde zu einer kindgerechten Zeit von 18 Uhr.

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