Aachen - Musikspektakel führt Vergänglichkeit vor Augen

Musikspektakel führt Vergänglichkeit vor Augen

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Ein Gesang voller Fantasie: Auch wenn es arabisch klingt, ist der Text, der die „Across the boardes”-Performance im Krönungssaal begleitet, ausgedacht. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Im Krönungssaal des Rathauses richten sich alle Blicke auf die vorne aufgebaute, kleine Bühne. Vor dem schwarzen Vorhang steht ein großer und schwerer Leiterkarren, mehr ist nicht zu sehen. Das Musikspektakel „URHU - Vom Fuhrwerk zum Uhrwerk”, zeigt im Rahmen von „Across the borders” eine Performance, die sich auf das Wesentliche konzentriert.

Dem Zuschauer wird beeindruckend vor Augen geführt, dass jede menschliche Tätigkeit vergänglich ist. Während der Aufführung wird der Leiterkarren von dem Performer Georg Traber zu einer drei Meter hohen Standuhr umgebaut. Begleitet wird er dabei von dem Vokaltrio „NORN”, das die Sängerinnen Gisle Rime, Edmée Fleury und Anne-Sylvie Casagrande bilden.

Ihre Sprache erinnert zwar ans Persische und Arabische, ist aber dennoch erfunden. Sängerin Anne-Sylvie Casagrande hat diese Fantasie-Sprache entwickelt und ausgearbeitet. Doch der persische und arabische Wortklang schlägt erneut den Bogen zur Zeitthematik, denn der nahe Osten ist die Wiege der ersten Astronomen, die die Zeit gemessen haben.

Während das Trio das Publikum mit tollen und stimmgewallten Kompositionen begeistert, baut Traber im Hintergrund den Karren Stück für Stück um. Und auch wenn es so scheint, als ob jeder für sich alleine ist, treffen sie dennoch immer wieder aufeinander und treten in Verbindung zueinander. Musik und Bauinstallationen werden zu einem Gesamtkunstwerk. Auch das Leitthema dieses Projektes, wird während der Arbeiten immer wieder deutlich: die Zeit. Durch die handwerklichen Strapazen und die Musik wird sie vergegenständlicht.

Die Metamorphose vom Fuhrwerk zum Uhrwerk dauert ungefähr 75 Minuten und zieht den Zuschauer in seinen Bann und führt ihm eindringlich vor Augen, wie kurzlebig alles ist. Jeder erlebte Moment ist nur ein Ausschnitt, der vorüberzieht. Dazu passend ist vor allem die eindrucksvolle Schlussszene: Die fertige Standuhr schlägt gleichmäßig Sekunde für Sekunde und nach einer kurzen Weile ist die beinhaltete Sanduhr komplett durchgelaufen. Was passiert ist, ist nicht zurückzubringen. Das Publikum würdigte die außergewöhnlichen Leitungen mit langem und begeistertem Applaus.
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