Musikschule: Sanierung wird viel teurer

Von: acp/mh
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Unerwartete Kostenexplosion: Bei der Sanierung der Musikschule wurden jetzt Asbestfasern entdeckt. Deshalb wird die Maßnahme laut Verwaltung mit über drei statt 2,1 Millionen zu Buche schlagen und länger dauern als zunächst geplant. Foto: Michael Jaspers

Aachen. In der Musikschule am Blücherplatz sind die Instrumente der Handwerker länger gefragt als geplant – die müssen sich jetzt nämlich mit Fugen gänzlich unmusikalischer Natur auseinandersetzen. Oberbürgermeister Marcel Philipp und Klaus Schavan, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, haben gestern Vormittag die Elternvertretung, den Förderverein und die Leitung der Musikschule über den aktuellen Stand der Sanierung des Gebäudes am Blücherplatz informiert.

Das teilte das Presseamt mit. „Leider hat sich herausgestellt, dass wir mit einer erheblichen Aufwandssteigerung zu rechnen haben. Es sind Materialien gefunden worden, die entfernt und entsorgt werden müssen“, erklärte Philipp.

Ende August entdeckt

Dabei handelt es sich um eine Spachtelmasse, die Asbestfasern enthält und mit der Trockenbauwände geglättet worden sind. „Heute wäre der Einsatz eines solchen Fugenmaterials undenkbar, aber schon damals, in den 80er Jahren, wurde es nur selten verwendet.

Es wurde zudem nur sehr dünn aufgetragen, daher war es nur schwer aufzuspüren“, erläuterte Klaus Schavan. Die Altlasten wurden erst Ende August nach dem Ausbau der Decken entdeckt. Der Gutachter hat Proben entnommen, anschließend wurden sofort Schutzmaßnahmen ergriffen.

Die Entfernung und Entsorgung der Spachtelmasse sowie einige weitere, nicht vorhersehbare Arbeiten werden die Sanierungskosten von rund 2,1 Millionen auf über drei Millionen Euro erhöhen, so Schavan.

Die Bauzeit werde sich bis in das Frühjahr 2014 verlängern, so dass die Musikschule erst zum neuen Schuljahr 2014/15 wieder in den ursprünglichen Standort Blücherstraße umziehen kann. „Wenn wir alte Gebäude anpacken, wissen wir leider nie im Voraus, was uns erwartet“, sagte Schavan.

Das Gespräch am Vormittag im Rathaus verlief in einer sehr konstruktiven und sachlichen Atmosphäre, bestätigte Silvia Kleidon, Vorsitzende des Fördervereins, auch auf AZ-Anfrage. Die Vertreter der Eltern und des Fördervereins hätten großes Verständnis für die Probleme.

„Im Interesse der Gesundheit und Sicherheit der Schüler und Beschäftigten ist es für uns sehr gut nachvollziehbar, dass die notwendige Sanierung mit größter Sorgfalt durchgeführt wird.“

Anfang vergangenen Jahres war eine heftige Auseinandersetzung um das Haus am Blücherplatz entbrannt, nachdem die Verwaltung Verkaufspläne offenbart und angeregt hatte, die Musikschule in die Eintrachtstraße zu verlagern. Schließlich jedoch versprach Philipp, dass die Einrichtung in jedem Fall langfristig erhalten bleibe.

„Konstruktives Gespräch“

„Wir sind dankbar, dass wir trotz Kostensteigerung am Standort Blücherplatz bleiben können. Wir hoffen, dass jetzt aufgrund der längeren Verweildauer und der aufwendigeren Baumaßnahmen in den Ausweichquartieren in der Franzstraße und Eintrachtstraße eine bessere Ausstattung mit Instrumenten ermöglicht wird“, erklärte Silvia Kleidon.

Dieter Cohnen, Vorsitzender des Elternbeirats, ergänzte: „Dass die Eltern direkt über den Sachstand informiert wurden, bestätigt den Eindruck, den wir in den vergangenen Monaten bereits bekommen haben: Das konstruktive Gespräch der Beteiligten ist von allen Seiten gewünscht und wird im Interesse der Musikschule gern geführt.“

Harald Nickoll, Leiter der Musikschule, wird die Eltern in einem Schreiben informieren. Er dankte dem Gebäudemanagement für die gute Zusammenarbeit. Die Verwaltung und der Unterricht der Musikschule sind derzeit größtenteils in die Franzstraße (Klaus-Hemmerle-Schule) ausgelagert.

Dort stehen 25 Räume zur Verfügung. Auch das ehemalige Schulgebäude in der Eintrachtstraße wird weiter als Unterrichtsstätte genutzt, ebenso wie rund 30 weitere Standorte.

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