„Musik- und Theaterfreunde“: Gebündelte Kräfte für neuen Konzertsaal

Von: Oliver Schmetz
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Schulter an Schulter im Einsatz für die Kulturförderung: Thomas Beaujean (von links), Ruth Crumbach-Trommler, Bernd Mathieu, Rolf Breuer, Dr. Simone Pfeiffer-Bohnenkamp und Professor Dr. Michael Vorländer bilden den Vorstand des neuen Vereins Musik- und Theaterfreunde Aachen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Im ähnlichen Takt schlugen ihre Herzen für das Theater und die Musik schon immer, aber jetzt blasen sie auch alle ins gleiche Horn: Der Verein „Accelerando – Die Freunde des Sinfonieorchesters Aachen“, der „Förderverein Haus für Musik“ und die „Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde“ haben sich zusammengeschlossen.

Vereint unter dem neuen Namen „Musik- und Theaterfreunde Aachen“ wollen sich künftig fast 500 Mitglieder für die Förderung von klassischer Musik, Schauspiel und Oper einsetzen. Der Gedanke dahinter: Wenn man gemeinsam die Stimme für die Kultur erhebt, dürfte sie erheblich mehr Nachhall finden – beispielsweise in Gesprächen mit Politik und Verwaltung. Außerdem verspricht man sich eine stärkere wirtschaftliche Kraft, eine optimale Vernetzung der Kulturförderung und eine bessere Außenwirkung. „Wir wollen eine größere Stoßkraft erreichen, eine schlagkräftige Organisation für das Kultur- und Theaterleben in Aachen schaffen“, sagt Thomas Beaujean, Vorsitzender des neuen Vereins und zuvor in der gleichen Funktion in der Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde tätig.

Auch die Stoßrichtung ist klar: Man wolle insbesondere alle Kräfte bündeln im Kampf für einen lang ersehnten neuen Konzertsaal, bekräftigt der neue sechsköpfige Vorstand, zu dem als stellvertretende Vorsitzende Ruth Crumbach-Trommler (ehemals „Haus für Musik“), Schatzmeister Rolf Breuer („Accelerando“ und „Haus für Musik“) sowie als Beisitzer Dr. Simone Pfeiffer-Bohnenkamp (Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde), Professor Dr. Michael Vorländer („Haus für Musik“) und AZ-Chefredakteur Bernd Mathieu („Accelerando“) gehören.

Denn die Idee eines Hauses für Musik, dessen Realisierung finanziell nicht gestemmt werden konnte, erlischt nicht mit dem gleichnamigen Verein. Im Gegenteil: Crumbach-Trommler reklamiert dringenden Bedarf für einen Konzertsaal mit 1200 Plätzen und sieht sich dabei im Schulterschluss mit dem Eurogress. Dort müssten Kongresse abgesagt werden, weil Konzerte den Europasaal blockierten, obgleich dieser seit der jüngsten Sanierung kaum noch tauglich für Klassik-Konzerte sei, ergänzt Vorländer, der an der RWTH als Professor für Akustik tätig ist. Ein optimaler Saal für die Musik müsse her, der sich auch für Kongresse eigne.

Ins Auge fassen Crumbach-Trommler und Vorländer dafür das Neue Kurhaus, das ein idealer Standort sei – auch fürs Eurogress. Allerdings dürfte der Weg noch ein weiter sein. Denn zum einen ist ein Neustart im Neuen Kurhaus wegen der Sanierungsarbeiten frühestens 2020 möglich, zum anderen gehört zu den Ideen, die der Kölner Konzeptentwickler „Explorado“ für das Haus im Kurpark an der Monheimsallee zuletzt der Politik präsentiert hat, bislang allenfalls eine temporäre Spielstätte für bis zu 600 Besucher. Vieles wird wohl wieder an der Frage des Geldes und der Wirtschaftlichkeit hängen.

Alle Projekte werden fortgesetzt

Doch kämpft der neue Verein nicht nur für einen Konzertsaal. Alle Projekte der drei alten Vereine werden fortgeführt. Das gilt etwa für die Kammerkonzerte und die Freitagsmusik der Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde in der Theresienkirche. Und das gilt für die umfangreiche Förderarbeit von „Accelerando“, die sich unter anderem auf die Anschaffung von Instrumenten fürs Sinfonieorchester, die Verpflichtung von Solisten und die Kurpark Classix erstreckt. Bernd Mathieu, zuletzt sechseinhalb Jahre Vorsitzender von „Accelerando“, unterstreicht dabei auch das Engagement des Zeitungsverlags Aachen: „Wir verstehen uns als ein Medienhaus, das die Kultur in Aachen sehr unterstützt, und es ist uns wichtig, das im neuen Format fortzusetzen.“

Dieses neue Format geschaffen hat im Übrigen federführend sein bisheriger „Accelerando“-Vorstandskollege Rolf Breuer. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater lenkte den juristisch komplizierten Zusammenschluss der drei Vereine in die richtigen Bahnen. Und wie alle Beteiligten beteuern, verlief dieser Prozess so, wie es sich für die musische Ausrichtung des Vereins gehört: harmonisch.

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