Musik und Gespräch bei „Zu Gast in der Abtei”

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Aachen. „Zu Gast in der Abtei” im Marienhospital Aachen sind auf Einladung des Geschäftsführers Rolf-Leonhard Haugrund, des Ärztlichen Direktors Professor Dr. Thomas Möllhoff und des Chefarztes Professor Dr. Emile Paes niedergelassene Ärzte und leitende Krankenhausärzte gewesen.

Der Abend im Abteigarten des Hospitals stand ganz im Zeichen der Musik. Als geladener Dozent war der Musikpädagoge und -therapeut Dr. Peter Hoffmann zu Gast, der in seinem Vortrag einen wissenschaftlichen Einblick gab in das Thema „Musik zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit: Eine geistige Altersvorsorge?” Denn „geistig fit” ins höhere Alter hinein zu wachsen, ist der Wunschtraum vieler Menschen. Welche Rolle spielt in diesem Prozess die intellektuelle, geistige Herausforderung? Insbesondere die musikalischen Einflüsse?

Der Star des Abends war die 90-jährige ehemalige Konzertpianistin Kitty Johns aus Burtscheid, die die Gäste am Flügel mit ihrem Spiel verzauberte und ein lebendes Beispiel dafür darstellt, dass Musik als Jungbrunnen dienen kann. Kitty Johns studierte bis 1938 am Konservatorium in Amsterdam Musik und dozierte später an den Konservatorien in Bremen und Frankfurt am Main. Nach einer solistischen Karriere war sie Begleiterin bei Liederabenden ihres berühmten Mannes, des Kammersängers Theo Baylé, der in den 50er und 60er Jahren an der Staatsoper in Wien engagiert war.

Dr. Peter Hoffmann betonte in seinem Vortrag, dass Musik für die Entwicklung von Körper, Seele und Geist von großer Bedeutung sei und wissenschaftlich messbare Auswirkungen auf Puls, Hormone, Hauttemperatur und das Gefühlsleben habe. Auch werde Musik erfolgreich in der Behandlung von Schmerzpatienten eingesetzt, da sie Angst lösend, schmerzlindernd und entspannend wirke. Darüber hinaus könne durch aktives Musizieren die Gedächtnisleistung im Alter und die motorische Geschicklichkeit gesteigert werden.

Ob Musik allerdings wirklich schlau macht oder vor Demenz schützt, ist wissenschaftlich bislang noch nicht belegt. Aber dennoch, so zieht Dr. Peter Hoffmann das Fazit, besitze die Musik eine protektive Wirkung, sie steigere die Lebenszufriedenheit und die kognitiven Fähigkeiten der Menschen. Auf die abschließende Frage, ob Musik also der Altersvorsorge dienen könne, antwortete Dr. Peter Hoffmann mit einem klaren „Ja! Meine Empfehlung lautet: Machen Sie Musik!”

Die Katholische Stiftung Marienhospital Aachen hat die Veranstaltungsreihe „Zu Gast in der Abtei” ins Leben gerufen worden, um sich regelmäßig mit geladenen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zu aktuellen Themen aus dem gesamten Bereich des Gesundheitswesens austauschen zu können.
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