Musik als richtige Medizin gegen Polio

Von: Eva Onkels
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„End Polio Now“: Herbert Goertz, Thomas Prefi, Andac Kiralp und Michael Glasmacher hatten zum Konzert mit der Stipendiatin Adya Khanna Fontela (von links) geladen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Eine Welt ohne Kinderlähmung (Polio) – dieser Traum rückt immer wieder in greifbare Nähe, auch wenn er noch nicht realisiert ist. Rotary-Clubs auf der ganzen Welt sammeln seit 28 Jahren Spenden für den Kampf gegen diese fürchterliche Krankheit, die bei Kindern zu Lähmungen der Gliedmaßen oder der Atmungsorgane führen kann.

Derzeit ist die Krankheit vor allem in Teilen Indiens, Afghanistans, Pakistans und Nigeria ein Problem. Mit dem gesammelten Geld können dringend notwendige Impfungen durchgeführt werden. Auch in Europa gab es 2015 nach fünf Jahren den ersten Ausbruch von Polio: in der Ukraine. Dort sind derzeit nur 49 Prozent der Kinder geimpft, zu wenig, dass der Herdenschutz dauerhaft funktionieren kann.

Daher wurde in Aachen Geld für die Impfungen gesammelt. Beim „End-Polio-Now“-Konzert, veranstaltet durch den Rotary-Club Frankenburg, im Luisensaal des Luisenhospitals, hofften die Rotarier auf Einnahmen von rund 4000 Euro. Für jeden im Rahmen der End-Polio-Now-Aktion gespendeten Euro weltweit gibt Rotary-Mitglied und Microsoft-Gründer Bill Gates noch einen Euro dazu.

„Man hofft jedes Jahr, das Thema zu erledigen“, erklärte Organisator Michael Glasmacher. In Aachen wird seit sieben Jahren gesammelt, immer im Rahmen eines Konzerts, das wieder von Studenten der Musikhochschule Aachen gestaltet wurde. Im Rahmen des Konzerts trat Adya Khanna-Fontenla auf, die in diesem Jahr das Musikstipendium des Rotary-Clubs Aachen-Frankenburg erhielt. Fontenla wuchs in Saragossa auf, begann mit 13 Jahren mit dem Cellospielen und machte ihren Bachelor auf diesem Instrument in Vigo, ebenfalls in Spanien.

Für ihr Masterstudium ist sie 2016 nach Aachen gekommen. Prof. Herbert Görtz, Direktor der Abteilung Aachen der Hochschule für Musik und Tanz Köln, fiel die junge Studentin im Orchester der Hochschule auf. „Wir suchen jedes Jahr jemanden, der das Stipendium unbedingt braucht. Wir schauen nach der Bedürftigkeit“, betonte Görtz.

Das sei neben einem sozialen Engagement und herausragenden Leistungen im Studium der ausschlaggebende Faktor für die Vergabe des Musikstipendiums. Empfohlen wurde die Studentin auch von ihrem Cellodozenten, Prof. Hans-Christian Schweiker. Vergeben wird das Stipendium seit fünf Jahren. Die Teilnahme am Konzert ist für die Studentin wichtig Termin.

Talentierte Begleitung

Gespielt wurde der erste und zweite Satz des Violoncellokonzerts in h-moll, op. 104 und das Streichquartett F-Dur, op 96 „Amerikanisches Quartett“ von Antonin Dvorak. Der Komponist schrieb beide Werke während seines Aufenthaltes in den USA. Ebenfalls seine sehr bekannte 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“, entstand in den Staaten.

Begleitet wurde Adya Khanna-Fontenla vom Blossom-Quartett, bestehend aus den Hochschulstudenten Soyoung Bae (1. Violine), Yegeyong Liu (2. Violine), Jinyoung Hwang (Viola) und Yoojung Won (Cello). Die vier Musikerinnen und Musiker haben koreanische Wurzeln und sich in Aachen kennengelernt.

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