Aachen - Museumsverein: Besucherzahlen ernüchternd

Museumsverein: Besucherzahlen ernüchternd

Von: Kathrin Albrecht
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Die Fachwelt war begeistert, die Besucher blieben aus: „Made in Utrecht“ sahen im Suermondt-Ludwig-Museum nur 8000 Interessierte. Auch die Begas-Schau zog nicht viel mehr Besucher an. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Förderung der Kunst in der Region Aachen und die Förderung der Aachener Museen – das ist zusammengefasst die Aufgabe des Museumsvereins Aachen. Jetzt zog der Verein für das Geschäftsjahr 2012 Bilanz. Die Förderung eines Kulturbetriebs ist keine leichte Aufgabe, so viel ließ sich aus dem Abend herauslesen.

Denn es muss der Spagat gelingen zwischen kulturellem Auftrag und Wirtschaftlichkeit.

Gemessen an den reinen Zahlen, so Honorarkonsul Hans-Josef Thouet, Vorsitzender des Museumsvereins, beobachtete man für das Jahr 2012 im Suermondt-Ludwig-Museum zurückgehende Besucherzahlen. Gut 17 000 Gäste besuchten die Ausstellungen, im Vorjahr waren es noch rund 28 000 Besucher gewesen. Beim Couven-Museum blieben die Zahlen mit rund 20 000 Besuchern relativ stabil. Im Verein selbst seien mit 14 Neuanmeldungen und 29 Kündigungen mehr Mitglieder aus- als eingetreten. Mehr Menschen für Kunst und für Kunstförderung zu begeistern, so Thouet, bleibe daher eine wichtige Aufgabe des Vereins.

Für die Arbeit im Suermondt-Ludwig-Museum lieferte der stellvertretende Direktor Adam C. Oellers detailliertere Daten. Die beiden großen Ausstellungen zum Werk des niederländischen Malers Cornelis Begas und die gerade zu Ende gegangene Ausstellung „Made in Utrecht“ seien von der Fachwelt hervorragend aufgenommen worden.

Mehr „Eyecatcher“?

Bei den Besucherzahlen hingegen seien beide Ausstellung eher mäßig erfolgreich gewesen. 10 000 Gäste sahen die Begas-Ausstellung, „Made in Utrecht“ verzeichnete 8000 Besucher. Kleinere Ausstellungen wie die Werksübersicht zum 80. Geburtstag von Werner Falken oder die Ausstellung mit Werken des expressionistischen Malers Fritz Schaefler unterstrichen das anspruchsvolle Programm des Museums.

Bei den Vereinsmitgliedern lösten die Zahlen Diskussionen aus. Benötigten die Museen vielleicht mehr sogenannte „Eyecatcher“, müssten die Öffnungszeiten geändert werden, um mehr Besucher anzuziehen? Schatzmeister Günter F. Strauch versicherte, dass mit der Stadt die Öffnungszeiten regelmäßig diskutiert werden. Wäre das Suermondt-Ludwig-Museum statt um 12 um 10 Uhr geöffnet, würden allein die Kosten für die Bewachung der Kunstwerke um 8000 Euro monatlich steigen. Diese Mehrkosten wolle die Stadt nicht tragen, auch der Verein sieht sich dazu nicht imstande. Ehrenamtlichen Kräften sei das hohe Risiko im Schadensfall nicht zuzumuten.

Konkretere Pläne für die Zukunft stellten die Kuratoren der Museen mit ihren zukünftigen Ausstellungen vor. Bis zum 6. Oktober ist im Suermondt-Ludwig-Museum die Ausstellung „Aufbrüche“ mit Fotografien aus den beiden deutschen Staaten aus vier Jahrzehnten zu sehen. Die Fotografien, auch von bekannten Fotografen wie Robert Lebeck oder Barbara Klemm, stammen aus einer Dauerleihgabe des Bonner Sammlerehepaares Fricke. Kuratorin Sylvia Böhmer bezeichnete diese Schenkung als „absoluten Glücksfall“ für das Museum.

Im Couven-Museum wird anlässlich des 250. Todestages von Johann Joseph Couven am 12. September die Ausstellung „Klangwelten in Couven-Räumen“ eröffnet. 18 Kooperationspartner im Rhein-Maas-Raum stemmen das von Dagmar Preising kuratierte Projekt, bei dem Ausstellungen mit musikalischen Programmen verknüpft werden.

Michael Rief, Kurator am Suermondt-Ludwig-Museum, stellte außerdem ein Konzept zur Umnutzung verschiedener Räume des Museums vor. Der Tapisserieraum wird zukünftig die Highlights der Antikenabteilung beherbergen. Der Spiegelsaal wird aufgelöst. An seine Stelle treten zwei Räume mit kunstpädagogischem Programm. Und der große Straßensaal wird in Zukunft die umfassende Kunstgewerbesammlung des Hauses präsentieren.

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