Museumspreise klettern ab 1. Januar auf sechs Euro

Von: Matthias Hinrichs
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Ab 2017 nur bis 17 Uhr geöffnet: Die Öffnungszeiten in den Museen werden reduziert, die Eintrittspreise steigen um einen Euro. Foto: Jaspers

Aachen. Die Würfel sind gefallen – und zeigen seit Dienstagabend eindeutig auf „Variante 6“. Will sagen: Zum 1. Januar kommenden Jahres werden die Eintrittsentgelte für alle städtischen Museen nach dem nunmehr favorisierten Vorschlag des Kulturbetriebs von fünf auf sechs Euro erhöht.

Zudem werden die regulären Öffnungszeiten im Ganzen leicht reduziert. Das hat der Kulturausschuss des Rates nach längerer Diskussion mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen.

Kassensturz zur Jahresmitte

Ob die Maßnahme als Ergebnis einer in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv geführten Debatte rund um Attraktivierung und Kostendämpfung in Sachen Kulturhorte eindeutige Gewinner auf möglichst allen Seiten hervorbringt, steht freilich in den Sternen.

Zumal die Pforten von Ludwig Forum, Suermondt-Ludwig-Museum, Couven-Museum, Centre Charlemagne, Zeitungsmuseum und Rathaus künftig dienstags bis sonntags grundsätzlich nur noch bis 17 Uhr offenstehen sollen, dafür soll das Abendangebot punktuell erweitert werden. Eine erste Zwischenbilanz der neuen Regelung soll Mitte 2017 gezogen werden.

Begründet wurde die generelle frühere Schließung vor allem damit, dass die Resonanz in allen Museen bereits ab 17 Uhr erheblich nachlasse. Durchaus kritisch betrachteten denn zumindest die Vertreter der Oppositionsfraktionen die Entscheidung der schwarz-roten Mehrheit. So hatte die Linke vor Jahresfrist einen kostenlosen Tag pro Woche für alle Häuser vorgeschlagen, um vor allem weniger gut Betuchte zu locken. Zwischenzeitlich hatte der Kulturbetrieb etliche Varianten erarbeitet und verworfen, darunter zum Beispiel auch einen grundsätzlich freien Eintritt ins Zeitungsmuseum.

Statt dessen sollen jetzt auch die Entgelte für den Besuch von Sonderpräsentationen teils erheblich klettern. „Herausragende Ausstellungen“ schlagen demnach künftig mit sieben bis 15 Euro zu Buche. Durch die Einführung einer neuen „Museumscard 6 for 6“ sollen die Besucher derweil motiviert werden, die Angebote in möglichst allen Kunsthorten intensiver wahrzunehmen. Das Paket ist für 14 beziehungsweise ermäßigt 10 Euro ab sofort erhältlich, allerdings ebenfalls erst zum Jahreswechsel gültig. Es berechtigt zum jeweils einmaligen Besuch aller sechs Museen innerhalb von sechs Monaten.

Allein das Ludwig Forum kann ab 1. Januar indessen tatsächlich mit einem kostenfreien Tag locken – dank des Engagements eines Sponsors (nämlich der benachbarten Firma Zentis) bleibt der Donnerstag in der alten Schirmfabrik an der Jülicher Straße für alle Gäste gratis. Bereits seit Anfang September gilt zudem für Kunstfreunde bis (einschließlich) 21 Jahre: freier Eintritt in allen sechs städtischen Häusern. Ferner sollen die Kassen (im Gegensatz zu den Museumstüren) an sogenannten Mottotagen auch künftig vermehrt geschlossen bleiben.

Ob mit den neuen Regelungen dem doppelten Ziel Rechnung getragen werden kann, die in jüngerer Zeit tendenziell weiter gesunkenen Gästezahlen zu erhöhen und zugleich das städtische Budget zu entlasten, muss sich nun also bis Mitte 2017 erweisen. Erhebliche Zweifel meldeten im Kulturausschuss prompt die Vertreter von Grünen, Linken, Piraten und FDP an: So lägen die erwarteten Einnahmen durch Entgelte im laufenden Jahr im Forum und im Suermondt-Ludwig-Museum bei gerade einmal je rund 100.000 Euro – und dürften sich auch künftig, gemessen an den Gesamteinnahmen des Kulturbetriebs, allenfalls im Bereich von zwei bis drei Prozent bewegen. 

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