Aachen - Mundwinkel der Zuschauer im Dauerstress

Mundwinkel der Zuschauer im Dauerstress

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung:
Ein verschmitzter Blick, der i
Ein verschmitzter Blick, der ihn weltberühmt gemacht hat: Auch Oleg Popov gab sich im Eurogress die Ehre. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Nachricht über den Besuch der Clown-Könige in Aachen hatte am Ende wohl doch nicht alle Freunde des gepflegten Humors erreicht. Sonst hätten die Meister der Komik nicht vor einem nur zu zwei Dritteln gefüllten Saal im Eurogress auftreten müssen.

Schade eigentlich. Denn Peter Shub, David Shiner, Oleg Popov, René Bazinet und Avner Eisenberg sorgten am Mittwochabend mit ihrem Auftritt vor allem für eines: extrem gute Laune.

Auf den Punkt getroffen

Die Mundwinkel der Besucher zeigten fast durchgehend zwei Stunden nach oben. So soll es auch sein, könnte man sagen. Schließlich befinden sich die besten fünf Clowns der Welt derzeit unter dem Motto „Lachen machen” auf Tournee, die von Grandezza Entertainment präsentiert wird. Ihr Motto traf es jedenfalls angesichts des kreativen und abwechslungsreichen Auftritts komplett auf den Punkt.

Es ist ein Großexperiment, das die Leute in diesen Tagen in Deutschland und Österreich zu sehen bekommen. Noch nie zuvor standen die Könige der Clowns gemeinsam auf einer Bühne. Seit dieser Woche sind sie unterwegs, bis zum 28. Mai bringen sie mit 20 Auftritten in insgesamt 13 Städten die Zuschauer zum Kugeln. Ihr großer Trumpf: die Mischung aus fünf unterschiedlichen Clown-Charakteren. Im Grunde verbindet sie alle nur ein Aspekt: Keiner von ihnen braucht auch nur ein gesprochenes Wort, um das Publikum zum Toben zu bringen. Wenn Peter Shub versucht, sich selbst am Kleiderbügel an die Garderobe zu hängen oder die russische Clown-Legende Oleg Popov selbst Mäuse zum Fallschirmspringen animiert, kann man als Zuschauer kaum anders als loszulachen.

Am Broadway und in Kanada

Auch David Shiner weiß, wie er die Leute erreicht. Am Broadway hat er ebenso seine Künste unter Beweis gestellt wie seit einigen Jahren beim kanadischen Circus „Circque du Soleil”. Seine mit Hilfe von vier mehr oder weniger freiwilligen Darstellern aus dem Publikum selbst inszenierte Filmszene brachte jedenfalls auch den letzten Skeptiker zum Grinsen.

Mit einer dauerhaft grinsenden Miene präsentierte sich auch der stets sympathische Avner Eisenberg, der mit seiner ungeschickten und tollpatschigen Art und Weise beim Versuch, den Boden zu kehren, ein ganzes Chaos verursacht. Und dass René Bazinet, der den Zuschauer mit auf eine Reise der außergewöhnlichen Geräusche nimmt, Talent für gleich zwei Clowns der Spitzenklasse besitzt, wurde auch dem letzten Besucher klar. Ihren Teil zu einem rundum gelungenen Auftritt trugen auch die drei Musiker von „Trio Grande” bei. Neben flotten Tönen überzeugten sie zusätzlich mit einer besonderen Portion an Charme und Witz.

Die Verabschiedung zum Ende war ein Spiegelbild des ganzen Abends: Peter Shub winkte kräftig in die Menge und wollte die Bühne kaum verlassen. Das galt auch für die Besucher, die alles andere als schnell flüchteten. Von diesen Meistern der Clownerie kann man nicht genug bekommen.
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