Multikulti-Fest: Die Stimmung macht Hoffnung auf mehr

Von: Katharina Redanz
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Multikultifest im Kennedypark: Neben Treffen, Essen und Informationen gab es auch jede Menge Kultur von Gruppen aus verschiedenen Teilen unserer Erde. Foto: Andreas Steindl
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Die Polizei als Freund: Ogulcan Zabun (vorne) und Dolunay Özdemir informierten sich intensiv bei Ulrich Gerbig. Foto: Andreas Steindl
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Im Duo gekonnt: Moderator Reiner Betrand begrüßte unter anderem die Kabarettistin/Sängerin Liza Kos. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Egal ob der Herrgott, Allah oder sonst wer – Hauptsache irgendjemand sorgt für einigermaßen gutes Wetter“, sagte Reiner Bertrand, einer der Organisatoren des Multikulti-Festes. Sein Wunsch allerdings blieb weitgehend unerhört: Große Teile des abwechslungsreichen Programms mussten unter Regenschirmen und Kapuzen betrachtet werden.

Das Wetter hielt jedoch nicht viele davon ab, in den Kennedypark zu kommen: Viele Besucher kamen zum Multikulti-Fest im Aachener Osten, das bereits zum 17. Mal statt fand. Rund 80 verschiedene Vereine, Kulturgruppen und andere Organisationen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt präsentierten landestypische Gerichte, Tänze, und Musik. „So viele Gruppen haben noch nie mitgemacht“, so der Organisator Bertrand, und er war ein bisschen stolz.

Mit dabei waren neben beispielsweise vietnamesischen Gruppen, dem Institut français, einem ghanaischen Verein und dem kurdischen Volkshaus auch der Aachener Kulturverein „Kingz Corner“. „In unserem Verein leben wir Multikulti, von daher war es von Anfang an klar, dass wir bei diesem Fest dabei sind“, sagte Emilene Wopana Mudimu vom Verein. Mit rund 15 Leuten, Aachener Jugendlichen und auch jugendlichen Flüchtlingen, war „Kingz Corner“ im Kennedypark vertreten, bot afrikanisches Essen an, kümmerte sich um die komplette Bühnentechnik und musizierte selbst auf der Bühne.

„Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir in diesem Jahr auch Geflüchtete auf der Bühne haben, die erst seit kurzer Zeit in der Stadt sind“, sagte Bertrand. Es zeige wieder einmal, dass Integration in Aachen wirklich gut funktioniere. Das lasse sich alleine schon an einem Fest wie dem Multikulti-Fest erkennen: „Wir unterscheiden hier nicht zwischen Türken, Polen, Deutschen, Flüchtlingen oder Afrikanern – wir sind alles Aachener. Und das ist toll.“ Genau deshalb wünsche das gesamte Organisationsteam sich auch, dass sich auf dem Fest nicht nur ausländische Kulturvereine präsentieren, sondern auch deutsche: „Wenn ein Karnevalsverein zum Beispiel hier auftreten würde, fände ich das wunderbar“, so Bertrand. Ein Karnevalsverein war in diesem Jahr nicht vertreten – dafür aber ein anderes Stück Deutschland: Die Polizei. Allerdings nicht nur zum Schutz des Festes. „Klar ist der Schutz unsere Hauptaufgabe heute“, so der Polizist Ulrich Gerbig, der schon seit vielen Jahren im Ostviertel arbeitet. „Wir wollen uns aber den Besuchern auch präsentieren, zeigen, dass wir ein Freund sein wollen und man keine Angst vor der Polizei haben muss.“ Zwei Streifenwagen waren für die Besucher offen – Kinder und Jugendliche standen Schlange, um einmal das Blaulicht anschalten zu können. „Es fühlt sich richtig gut an vorne zu sitzen“, sagte der 18-jährige Dolunay Özdemir. Er saß auch schon einmal auf dem Rücksitz, erzählte er – auf dem Weg zu einer Zeugenaussage. „Hier vorne aber ist es viel cooler, da weiß man, man hat alles richtig gemacht.“ Tatsächlich möchte er nach der Schule Polizist werden – gerne genau hier im Ostviertel. Das Multikulti-Fest findet er aber nicht nur wegen der Polizei gut. Leckeres Essen gab es auch. Dass alle sich auf dem Fest wohlfühlten, freute den Organisator Bertrand, es sei ein Zeichen dafür, dass das Zusammenleben hier funktioniert. „Wir wissen zwar nicht, wie es morgen auf der Straße weitergeht, aber die Stimmung hier macht Hoffnung“, sagte er und strahlte dabei trotz Regens.

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