Aachen - Mullefluppet: FH-Rektor Marcus Baumann wird begeistert gefeiert

Mullefluppet: FH-Rektor Marcus Baumann wird begeistert gefeiert

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
10012090.jpg
Das Mullefluppet-Kuratorium gratuliert dem Preistrager 2015 Marcus Baumann (Mitte): Albert Henrotte, Christian Mourad, Marga Render, Michael Cosler, Manfred Kutsch, Dieter Kaspari und AZ-Redakteur Robert Esser. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ein wahrer Käpt‘n lässt sich von ein bisschen Gegenwind nicht aus der Ruhe bringen. Professor Marcus Baumann Rektor der FH mit 13 000 Studenten, ein hoch angesehener Hochschulmanager und Wissenschaftler. Er schipperte bereits durch das Polarmeer und focht als Judoka so manchen Kampf aus.

Er liebt seine Band Sun Land Ltd. ebenso wie rheinischen Sauerbraten. Ein stattlicher Mann, wie er im Buche steht. Ein (Wahl-)Öcher durch und durch. Ein Seebär, der mit allen Wassern gewaschen ist. Und seit Donnerstagabend ist Marcus Baumann stolzer Preisträger des Mullefluppet-Preises 2015 der Aachener Zeitung. Das kleine bisschen Meuterei und Mobbing, das er dafür im Vorfeld ertragen musste, steckte er weg wie ein echter Seemann.

Leinen los!

Vor allem aber: Baumann hat das Herz am rechten Fleck. Alle Mann an Bord? Dann Leinen los und ab auf große Fahrt mit dem Forschungsguru in der Arktis, mit dem Boykotteur der Bartrasur seit vier Jahrzehnten, mit dem Stau-Choleriker auf der A1. Ja, denn auch das alles ist Baumann – ein rundum sympathischer Träger des Mullefluppet-Preises. Liebe zu Aachen, Schlitzohrigkeit, Hilfsbereitschaft, Humor – er erfüllt die herausragenden Mullefluppet-Kriterien mit Bravour. Das bewies der Jubiläumspreisträger – denn Mullefluppet feierte bei den Baumann-Festpielen seinen 30. – vor hunderten Freunden, Wegbegleitern und Gästen im Saalbau Kappertz.

Liebe zu Aachen: Die besitzt der gebürtige Münsteraner zweifellos. „Vom Mullefluppet versteh‘ ich nix“, versuchte er es zunächst mit Tiefstapelei. Der Versuch scheiterte grandios, denn dann legte der FH-Rektor in (nahezu) astreinem Öcher Platt los: „Dor Mullefluppet eßß en Oche wer dä ärsch vill mullt. Esuh en Aat Waschwiev. En dor Aachener Zeitung jitt et en Kolumm vumm Mullefluppet wo hä jädde Daach mulle doot wi hä well.“ Der detaillierten Definition des Wissenschaftlers folgte eine wahre Liebeserklärung an Oche, seine Bewohner und deren Singsang. Vom launigen „Au huur“ bis zum simplen „wa!“, Baumann beherrscht das Öcher Fachvokabular aus dem Effeff.

Schlitzohrigkeit: Die Pflicht-Fähigkeit für alle Mullefluppet-Preisträger hat Baumann früh unter Beweis gestellt. Ende der 80er steckte der Junggeselle auf der A1 zwischen Gevelsberg und Hagen im Stau fest. Vor ihm in einem hellblauen Mazda saß eine junge Dame. Und die kam aus Sicht des damaligen „Stau-Cholerikers“ Baumann nicht so recht aus dem Quark. Er drängelte und fluchte, bis er einen genauen Blick auf die Fahrerin werfen konnte. Es war der Moment, als er das erste Mal seine spätere Frau Ursula sah. Wie es dem jungen Wissenschaftler letztlich gelungen ist, nur anhand des Auto-Kennzeichens den Namen der Halterin herauszufinden, ist leider nicht überliefert. Aber die schlitzohrige Masche führte zum Erfolg – und zu einer Ehe, die in diesem Frühjahr Silberjubiläum feierte. Glückwunsch !

Hilfsbereitschaft: Keine Frage, die gehört neben aller Führungskompetenz zu seinen Grundtugenden. Der Mullefluppet-Crew griff Käpt‘n Baumann am Donnerstag kräftig unter die Arme. Mit seiner Hochschul-Dixieband Sun Lane Ltd. haute der Pianist selbst in die Tasten sorgte gleich zum Auftakt der Preisverleihung für Stimmung wie auf einem Mississippi-Dampfer.

Humor: Man mag meinen, dass ein Mann, dessen Doktorarbeit „Untersuchungen zur Primärproduktion und Verteilung des Phytplanktons in der Grönlandsee mit Kulturexperimenten zum Einfluß des Lichtes und der Temperatur auf Wachstum und Photosyntheseleistung arktischer Diatomeen“ lautet, habe nicht viel zu lachen. Weit gefehlt! Seine Rede als Mulle–fluppet-Preisträger steckte voller unterhaltsamer und launiger Anekdoten zu Aachen sowie seinem Leben als Wissenschaftler und Familienmensch. Dass der Professor für Biotechnologie seinen Bart seit 40 Jahren wachsen lässt, um etwaige Schmunzler hinter dichtem Gesichtshaar zu verstecken, ist allerdings nur ein böses Gerücht. Wahre Worte fand dafür Moderator Manfred Kutsch in der Laudatio auf den Preisträger: „Baumanns Frau Ursula ist vermutlich Deutschlands einzige Ehefrau, die das blanke Kinn ihres Ehemanns noch nie gesehen hat.“

Fazit: Professor Marcus Baumann reiht sich in eine illustre Preisträgerschar ein, die Oche als Lebensmotto im Herzen trägt. Das honorierten Publikum und Mullefluppet-Kuratorium gleichermaßen mit jeder Menge Applaus für den Käpt‘n des Abends.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert