Mülltrennung: Mietern stinkt es im Quartierprojekt Panneschopp

Von: Jana Glose
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Aachen. Es stinkt im Panneschopp. Hier ist vor einigen Monaten das integrative Quartierprojekt mit 77 Wohnungen gestartet. Doch noch vor der offiziellen Einweihung am 30. September gibt es ein Problem.

Unter einem der fünf Dächer herrscht dicke Luft. Grund dafür: Der Müllraum, der von allen Mietern gemeinsam genutzt wird.

Marianne Huppenbauer ist Mediatorin und arbeitet für die „Fauna“ (Freie Alten- und Nachbarschaftshilfe Aachen) im Quartiersbüro, das allen Bewohnern für Fragen zur Verfügung steht. „Die gegenseitige Hilfe klappt wirklich phänomenal. Die Mülltrennung hingegen war von Anfang an ein Problem“, sagt Huppenbauer. Sie hat sich des Müllproblems angenommen und alle Bewohner zum Austausch in den Gruppenraum des Wohnblocks eingeladen.

Knapp 20 Bewohner sind der Einladung gefolgt, um über den Müllkonflikt zu diskutieren. Die vermeintlichen Verursacher sind nicht zur Diskussion erschienen. „Wir haben ein paar schwarze Schafe dabei, die müssen wir rausfiltern, damit die Mülltrennung die Gemeinschaft nicht weiter belastet“, sagt ein Bewohner.

Er selbst habe schon Leute angesprochen, die ihren Müll nicht korrekt trennen. Diese hätten ihn aber stets ignoriert. Noch deutlicher wird ein anderer Bewohner: „Es gibt Menschen hier im Haus, die sich nicht wirklich um die Mülltrennung kümmern.“

Manuela Staarks und Anne Lehnen, Abfallpädagogen des Aachener Stadtbetriebs, geben Tipps, was in welche Tonne gehört. Den Berechnungen der Stadt zufolge reicht die Kapazität der Mülltonnen aus. In der Praxis sieht das aber anders aus. Weil die Tonnen falsch befüllt sind, nimmt die Müllabfuhr sie nicht mehr mit. Der Gestank aus dem Müllraum zieht in die darüber liegenden Wohnungen.

Auch Fliegen und Maden hat der Müll bereits angelockt. Es geht den Bewohnern nicht nur um den Müll, sondern auch um Geld. Mehr Leerungen oder Tonnen bedeuten höhere Kosten. Das hat die zuständige Wohnungsbaugesellschaft Gewoge den Mietern bereits angedroht. „Wir werden gezwungen etwas zu zahlen, was andere verursachen“, erklärt eine verärgerte Bewohnerin. Lösungen für das Problem sind schwierig.

Kameraüberwachung im Müllraum, ein anderes Belüftungssystem oder die Bereitstellung mehrerer Tonnen werden diskutiert. Was umgesetzt wird, muss Huppenbauer in Absprache mit der Gewoge klären. Sie hofft, dass „das Zusammenleben auch in Bezug auf den Müll weiter friedlich gelingt“.

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