„Müllrevolution“ geht jetzt in die heiße Phase

Von: Stephan Mohne
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Steckt mit seinem Team in der heißen Phase der Umstellung auf das neue Abfallwirtschaftssystem: Dieter Lennartz. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Bei der Umstellung des Müllabfuhrsystems und der entsprechenden Gebühren geht es in die heiße Phase – auch für den Aachener Stadtbetrieb. Denn da gibt es einiges zu tun, rückt der Stichtag 2. Januar doch immer näher. In einem ersten logistischen Schritt sind in den vergangenen Wochen rund 25.000 Grundstückseigentümer angeschrieben worden.

Dabei wurden diejenigen informiert, deren Tonnen es ab 2017 gar nicht mehr gibt. Das sind die 60-Liter-Tonne mit dem schwarzen Deckel (wöchentliche Leerung) und die ebenso große Tonne mit dem roten Deckel (14-tägliche Leerung). Um Fahrten der Müllfahrzeuge einzusparen, werden sie gegen doppelt so große Tonnen ausgetauscht. Der Leerungsrhythmus wird entsprechend gestreckt – also von wöchentlich auf 14-täglich und von 14-täglich auf vierwöchentlich. Bei den ganz kleinen Tonnen bleibt lediglich die mit dem weißen Deckel, die alle vier Wochen geleert wird und die bislang die – vor allem in den Stadtbezirken – am häufigsten genutzte ist. Nur: Nicht jeder, der sie heute hat, darf sie den neuen Regeln zufolge auch behalten. Das liegt am Mindestvolumen, das ebenfalls ab 1. Januar neu zum Tragen kommt. Für jede Person, die – unabhängig vom Alter, also vom Säugling bis zum Senior – auf einem Grundstück lebt, muss man 7,5 Liter pro Woche rechnen. Das bedeutet, dass die „weiße Tonne“ nur noch für eine oder maximal zwei Personen infrage kommt. Alle anderen müssen umbestellen.

Und da kommt dann die zweite Briefwelle der Stadt. Nach und nach will der Stadtbetrieb in den nächsten Monaten alle weiteren Grundstückseigentümer anschreiben. Sie werden aufgefordert, ein Formular auszufüllen und es unterschrieben an den Stadtbetrieb zurückzuschicken. In dem Formular findet sich der Satz: „Bei der Auswahl Ihres neuen Restabfallbehälters ist das Mindestbehältervolumen in Höhe von 7,5 Litern pro Person und Woche einzuhalten.“

Bedeutet zum Beispiel: Wer zu dritt auf einem Grundstück lebt, braucht mindestens die neue 90-Liter-Tonne mit vierwöchentlicher Leerung. Sind es vier Personen, werden schon mindestens 120 Liter benötigt. Bei den 60-Liter-Tonnen, die im ersten Schritt – siehe oben – „von Amts wegen“ ausgetauscht werden, geht der Stadtbetrieb erst einmal davon aus, dass das Volumen so passt, und baut offenbar auf die Ehrlichkeit der Bürger.

Denn wer der neuen Regel nach mehr Volumen nehmen muss, muss eigentlich von sich aus eine passende Tonne beantragen. Eine umfassende Kontrolle wird der Stadtbetrieb diesbezüglich schon aus personellen Gründen kaum leisten können. Im Formular heißt es dazu: „Bei Unterschreitung dieses Mindestliterrestabfallvolumens wird von Amts wegen das satzungsgemäße Behältervolumen aufgestellt.“ Ebenfalls auswählen soll man, welche Biotonne man haben will. Die wird demnächst nur noch alle zwei Wochen geleert. Die kleinste Größe ist 60 Liter. Kostenpunkt 46,30 Euro pro Jahr. Die Biotonne ist Pflicht. Abbestellen kann man sie nur mit dem Nachweis der Eigenkompostierung.

Auch ohne das Formular per Post bekommen zu haben, kann man das auch jetzt schon erledigen. Nämlich über die Homepage des Stadtbetriebs: www.aachener-stadtbetrieb.de. Dort kann es heruntergeladen werden. Erhältlich ist das Formular auch im Bürgerservice sowie in den Bezirksämtern. Telefonisch kann der Antrag bei der Abfallberatung unter 0241/432-18666 angefordert werden. An allen Stellen ist auch die Informationsbroschüre zur Neuausrichtung der Abfallwirtschaft erhältlich.

Neu ist ab 1. Januar auch die Gebühr von 15 Euro für die Anmeldung von Sperrmüll. Ein AZ-Leser berichtet, dass er bei einem Anruf im Stadtbetrieb für dieses Jahr gar keinen Termin mehr bekommen habe. Und zwar mit dem Hinweis darauf, dass derzeit etliche Bürger noch vor dem Jahreswechsel Sperrmüll abholen lassen wollen und die Kapazitäten ausgeschöpft seien. Fürs nächste Jahr würden derzeit überdies noch keine Termine vergeben.

Zumindest bei ersterem Punkt ist da aber offenbar eine falsche Auskunft erteilt worden: „Man kann aktuell ganz normal seinen Sperrmüll anmelden“, sagt Dieter Lennartz, Chef der Abfallwirtschaft im Stadtbetrieb. Termine fürs kommende Jahr gebe es in einer Woche wieder. Wer es derzeit im Internet versucht, erhält zumindest bei einem Link die folgende Botschaft: „Die Anwendung wird momentan gewartet und wird Ihnen ab dem 23.11.2016 wieder zur Verfügung stehen!“ Das ist laut Lennartz schlicht eine technische Panne bei der Umstellung auf das neue städtische Online-Serviceportal. Darum werde man sich umgehend kümmern. Funktionstüchtig hingegen ist der Link auf der rechten Seite der Stadtbetriebs-Homepage. Dort gelangt man völlig problemlos zum Serviceportal.

Die Aachener „Müllrevolution“ ist also in vollem Gange. Für den Stadtbetrieb gibt‘s reichlich zu tun. Für die Grundstückseigentümer und Mieter unter Umständen auch. Die einen werden sich gegebenenfalls ärgern, die anderen zum Teil freuen. Schließlich gibt es nicht nur neue Tonnen und Regeln, sondern auch teils drastisch geänderte Gebühren. Insbesondere für Einfamilienhausbesitzer wird es in den meisten Fällen erheblich teurer, für die Bewohner großer Wohnanlagen hingegen preiswerter.

Die neuen Gebühren sind bereits beschlossen und treten ebenfalls am 1. Januar in Kraft.

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