Mülleimer: Kulleraugen und flotter Spruch

Von: Daniel Gerhards
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Neue Optik für Papierkörbe: Aufgeklebte Augen und ein Spruch sollen dafür sorgen, dass mehr Leute auf die Mülleimer aufmerksam werden und dass sie seltener beklebt werden. Foto: Michael Jaspers
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„Sauberes Aachen“: Im Rahmen der Kampagne präsentieren Jutta Bacher, Detlef Malinkewitz, OB Marcel Philipp und Dieter Lennartz die neugestalteten Mülleimer. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zum tragischen Helden möchte OB Marcel Philipp wohl nicht werden. Aachen sauberer zu bekommen, vergleicht er trotzdem mit der Aufgabe, einen Marmorblock den Berg hinauf zu bringen, die Sisyphos bis an sein Lebensende nicht wieder los wurde. Philipp hat seine Aufgabe dagegen zumindest noch bis zum Ende der Legislaturperiode. Und er sei „extrem motiviert“ sie anzugehen: „Wir müssen den Stein immer wieder den Berg hinaufrollen“, sagt er.

Aktuell ist der Stadtbetrieb im Rahmen der Kampagne „Sauberes Aachen“ damit befasst, die öffentlichen Mülleimer zu erneuern und zu verschönern. Auf die dunkelgrauen Papierkörbe kleben sie je zwei runde Kulleraugen und einen flotten Spruch – etwa „Sauber macht lustig. Aachen ist unser Zuhause, halten wir es sauber“. 750 solcher Aufkleber werden derzeit aufgebracht. Insgesamt gibt es in Aachen-Mitte mehr als 1000 hängende Papierkörbe, im gesamten Stadtgebiet sind es rund 2200.

Und die sollen bald alle einheitlich daher kommen. „Das Erscheinungsbild war in der Vergangenheit sehr zerfleddert“, sagt Philipp. Es wurden immer wieder unterschiedliche Papierkörbe angeschafft. Nun wird nur noch ein Modell aufgehängt – das kostet übrigens 70 Euro, mit Behälter für Zigaretten-Asche und -Kippen rund 100 Euro.

Und insgesamt sollen es auch mehr Abfalleimer werden. Seit Beginn der Aktion „Sauberes Aachen“ habe man 250 zusätzliche Mülleimer aufgehängt. „Wir brauchen mehr Papierkörbe. Wenn wir darauf hinweisen, dass man sie benutzen soll, müssen die Leute sie auch finden“, sagt Philipp.

Flankiert wird die Aktion von einer Plakatkampagne, bei der die Mülleimer abgebildet sind. Ziel ist, dass mehr Leute ihren Abfall darin entsorgen. Wohl gemerkt: bloß den Müll, den man gerade dabei hat – nicht den Hausmüll.

Die Aufkleber auf den Mülleimern sollen nicht nur dafür sorgen, dass der Müll, der bisher auf der Straße landet, in den Eimer geht. Philipp und Dieter Lennartz vom Stadtbetrieb gehen auch davon aus, dass die Papierkörbe dann seltener mit kleinen Plakaten und allen möglichen bunten Aufklebern beklebt werden. Also: Die Aufkleber gegen Aufkleber.

Einige Stellen – das sind wohl genau die, die OB Philipp seine Sisyphos-Arbeit bescheren – sind trotz aller schon durchgeführter Aktionen immer wieder besonders stark verschmutzt. „Jedes Stadtviertel hat seine problematischen Stellen“, sagt Lennartz. Die Innenstadt, das Pontviertel, Burtscheid oder das Ostviertel – alle haben sie schmutzige Flecken.

Und die Mülleimer lohnen sich sogar finanziell. Insgesamt gibt die Stadt jährlich rund 750.000 Euro für die Beschaffung, Säuberung, Reparatur und Leerung der Mülleimer aus. 55.000 Euro kostet die Entsorgung des Unrats in der Müllverbrennungsanlage. Dagegen müsse die Stadt jedes Jahr eine Million Euro dafür aufbringen, wilden Müll zu entfernen.

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