Mörgens: Teenclub „Backstage“ präsentiert „Staub an meinen Füßen“

Von: Jannis Mattar
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Aachen. Wenn zwei Schwestern ein Auge auf den selben Typen geworfen haben, ist das selten gut. Und wenn letzterer an beiden Interesse hat, macht das die Situation nicht einfacher. Was auf den ersten Blick nach einem Rosamund Pilcher-Film klingen könnte, wurde bei der Premiere im „Mörgens“ auf die Bühne gebracht.

 Jedoch würde die Bezeichnung „Liebesdrama“ der außerordentlichen Leistung der Jungschauspieler nicht gerecht. Denn es ging um viel mehr als das.

Der Teenclub „Backstage“ stellte das Leben junger Heranwachsender vor. Dazu gehören neben Liebeskummer und Streit mit den Geschwistern auch schlechte Schulnoten, falsche Freunde, Mobbing und virtuelle Abhängigkeit.

Zum Inhalt sei so viel gesagt: Tobi hat die Qual der Wahl zwischen zwei Schwestern. Als ob das nicht schon schwierig genug wäre, belastet er sich damit, dass seine beiden besten Freunde Einzelgänger Lukas regelmäßig ein blaues Auge verpassen. Dieser flüchtet vor der Schikane in die Welt der Online-Spiele, wo er sich vor niemandem fürchten muss. Er zeigt niemandem, was wirklich in ihm vorgeht. Selbst in seinem Tagebuch steht nur: „Alles so wie immer.“ Auch Marie findet keinen richtigen Anschluss und wird in der Clique allerhöchstens geduldet. Sie versteckt sich im sozialen Netzwerk hinter dem Pseudonym „Marie“ und begibt sich auf die Suche nach virtuellen Freunden.

Die Thematik, die sich die Teenager für ihre Produktion ausgesucht haben, ist weder angenehm noch einfach umzusetzen. Mobbing und Ausgrenzung gehören zu den Themen, die in der realen Welt gerne verdrängt werden obwohl sie in den Medien alle Nase lang besprochen werden. Dass die 14 Schauspieler sich dieses Themas angenommen haben, verdient Bewunderung. Sie zeigen, dass sie mit der Ist-Situation nicht zufrieden sind und bereit sind, etwas dagegen zu unternehmen. Unabhängig davon waren sowohl Inszenierung als auch die schauspielerische Leistung auf einem hohen Niveau. Dies hat dazu geführt, dass man sich nicht davor schützen konnte, sich von der Erzählung treiben zu lassen. Jeder, der in seinem Leben bereits Mobbing erlebt oder zu spüren bekommen hat, wurde gedanklich wieder an dieses Erlebnis erinnert.

„Staub an meinen Füßen“ ist vielleicht kein Theater für die breite Masse, aber sicher für all jene, die nicht blind und kalten Herzens durchs Leben gehen. Und am Schluss, wenn der Vorhang sich schließt, muss jeder für sich entscheiden, ob er dem Thema mit dem Willen entgegentritt, etwas zu verbessern, oder ob er bei Gelegenheit die Augen schließt und sagt: Alles so wie immer.

Weitere Aufführungen finden statt am 10., 21. und 31. Mai

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