Aachen - Mönning übt massive Kritik am Vorgehen der Polizei in Essen

Mönning übt massive Kritik am Vorgehen der Polizei in Essen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Übt scharfe Kritik am Vorgehen der Essener Polizei: Alemannia-Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning.

Aachen. Das Spiel der Alemannia in Essen sorgt weiter für Aufregung. Besser gesagt das, was sich am Rande abspielte. Wie berichtet, hatten einige Chaoten unter den 2700 mitgereisten Fans für Randale gesorgt, in dem sie beispielsweise Böller zündeten.

Was darauf folgte, war ein massiver Polizeieinsatz, der sich allerdings laut Augenzeugen nicht etwa nur gegen gewaltbereite Personen richtete, sondern auch gegen die große Schar der friedlichen Fans, die eigentlich nur ihr Team hätten unterstützen wollen. Im Nachgang hat Montagabend Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning eine geharnischte Stellungnahme abgegeben, die zunächst auf der Homepage des Klubs veröffentlicht wurde. Mönning kritisiert das Vorgehen der Polizei scharf. Er sagt: „Einige der in Essen durchgeführten polizeilichen Maßnahmen haben mehr zur Eskalation als zur Sicherheit beigetragen!“

Mönning ärgert sich: „Die große Masse unserer Fans wird dabei in einer nicht mehr angemessenen Weise als Störenfriede angesehen und behandelt und unterliegt in nicht akzeptabler Art und Weise einem Generalverdacht.“ Es stehe „außer Frage, dass das Verhalten einzelner Fans indiskutabel war – Böller haben rund um ein Fußballspiel ebenso wenig verloren wie Gewalt und Sachbeschädigungen“, hält der Jurist fest. Es sei aber „mehr als bedauerlich, wenn hunderte friedliche Alemannia-Fans trotz frühzeitiger Anreise nicht das Spiel ihrer Mannschaft verfolgen können und unverschuldet in gefährliche Situationen geraten“.

Mönning weiter: „Wir akzeptieren keine Gewalt und gehen gegen Randalierer mit aller Konsequenz vor. Aber wir stellen uns auch schützend vor unsere Fans, die grundlos verdächtigt und polizeilichen Maßnahmen ausgesetzt werden. Wir unterstützen die Ordnungsbehörden und Polizeikräfte, die einen sicheren Stadionbesuch gewährleisten. Aber wir erwarten auch, dass mit Augenmaß gehandelt und zwischen Gewalttätern und friedlichen Fans unterschieden wird. Dies war in Essen leider nicht immer der Fall.“

Zum Hintergrund: Beim Auswärtsspiel am vergangenen Freitag hatten Chaoten schon während der Anreise randaliert und in Essen Böller beim Verlassen des Zuges gezündet. Die Polizei hatte daraufhin laut Mönning auch Gästen, „die nachweislich nicht an Krawallen beteiligt waren, einer eingehenden Personenkontrolle unterzogen, wobei es zum Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken kam“. Bei der verspäteten Ankunft am Stadion sei es an den Einlasstoren zu einem Gedränge gekommen, bei dem die Polizei einschreiten musste. Daraufhin sei den Fans vereinzelt der Zutritt zum Gästeblock gewährt worden – doch nach einiger Zeit sei der Einlass vorerst gestoppt worden, „so dass viele Fans trotz gültiger und vorher erworbener Eintrittskarte ohne Zugang zu Toiletten oder Getränken auf dem Vorplatz ausharren mussten“.

Dies habe zu „einer kurzen Eskalation“ geführt, bei der ein Zugangstor gewaltsam geöffnet worden sei und einige Fans durch den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken verletzt worden seien. Erst in der zweiten Spielhälfte seien die Eingangstore wieder geöffnet und die Fans einzeln in den Block gelassen worden. Erst eine Viertelstunde vor Abpfiff sei dies abgeschlossen gewesen. Die Einlasssituation habe zur Folge gehabt, dass der Stehplatzblock an einigen Stellen überfüllt gewirkt habe und einige Fans das Spiel gar nicht verfolgen konnten.

Mönning hat dabei sicher auch im Blick, was er und Geschäftsführer Michael Mönig jüngst bei einer Gläubigerversammlung in Düren gesagt hatten. Thematisiert wurde, dass in Gesprächen vor der Saison mit dem Verband klar geworden sei, dass Aachen als „Schrecken der Liga“ gesehen werde. Die Randalesituation werde genau beobachtet. Bei weiteren Vorkommnissen, so hieß es seinerzeit, werde demnächst „die Polizei den Spielplan bestimmen“, hatte Mönig als Warnung ausgesprochen. Bereits das Auswärtsspiel in Lippstadt war wegen Sicherheitsbedenken auf einen Montag verlegt worden. Dass nun allerdings alle zu Auswärtsspielen reisenden Aachener polizeilichen Maßnahmen ausgesetzt scheinen, will Mönning nicht hinnehmen.

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