Möbel-Shop: Rettung oder das bittere Aus?

Von: Stephan Mohne
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Aachen. Der Laden erfreut sich großer Beliebtheit. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2009 rennen die Kunden dem „Aachener Möbel-Shop“ an der Von-Coels-Straße in Eilendorf quasi die Bude ein. Insbesondere sind es Menschen, die finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet sind, die dort zu günstigen Preisen Möbel und andere Einrichtungsgegenstände erwerben können.

Aber auch viele andere kommen dorthin, denn man findet durchaus das eine oder andere sehr gut erhaltene Schätzchen aus vergangenen Zeiten. Nun aber droht dem, was man allgemein auch „Sozialkaufhaus“ nennt, das bittere Aus. Aber: Just Mittwoch ist ein kleiner Silberstreif am Horizont aufgetaucht, der neue Hoffnungen vor allem bei den 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weckt.

Zum Hintergrund: Der Möbel-Shop gehörte bis jetzt zur „Aachener Projektwerkstatt“, die früher noch den Zusatz „Heinrich Böll“ trug und als Mehrheitsgesellschafter das Sozialwerk Aachener Christen hatte. Die gemeinnützige GmbH mit ihren insgesamt 110 Mitarbeitern und dem Sitz an der Nordstraße in Brand war im Sommer ins Insolvenzverfahren gerutscht, nachdem man selbst einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht gestellt hatte. Vor allem der Bereich des Elektroschrottrecyclings bereitete Probleme.

Mit der genehmigten Menge von einer Tonne pro Tag war ein Überleben unmöglich geworden. Für größere Mengen hätte es aufwändiger Gutachten und Genehmigungsverfahren bedurft. Dennoch hieß es damals, man wolle kämpfen und sehe die Insolvenz als Chance für einen Neubeginn. Was auch die Mitarbeiter dringend hofften. Denn es geht hier um Menschen, die auf dem „ersten“ Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben – Langzeitarbeitslose und Behinderte zum Beispiel. Die Projektwerkstatt an der Nordstraße musste allerdings mittlerweile doch geschlossen werden.

Der Aachener Möbel-Shop als gut laufende Säule der Gesellschaft sollte zunächst erhalten und in eine neue Gesellschaft überführt werden. Mittwoch aber befürchteten die Betroffenen dort, dass Insolvenzverwalter André Seckler von der Kanzlei Kebekus und Zimmermann die Tür für immer schließen würde. Am Mittag gab es eine Mitarbeiterversammlung zur Zukunft.

Zunächst kam es jedoch anders. Seckler sagte bereits vor der Versammlung auf Anfrage unserer Zeitung, es habe sich eine „neue Entwicklung“ ergeben. Details nannte er nicht, da die Gespräche noch liefen. Allerdings solle ein Ergebnis – wie auch immer es aussieht – noch diese Woche, spätestens am kommenden Montag vorliegen. Offenbar hat sich doch noch ein Interessent für eine Übernahme des Shops gefunden.

Der Möbel-Shop läuft zwar gut, doch die Kosten sind dem Vernehmen nach höher als die Erlöse. Das Problem liegt offenbar darin, dass durch arbeitsmarktpolitische Veränderungen durch die Bundesregierung Zuschüsse wegzubrechen drohen. Die Belegschaft hatte indes auch eigene Ideen entwickelt. Beispielsweise könnte es einen Sponsor aus der Möbelbranche geben, der sich mit solch einem wichtigen gesellschaftspolitischen Projekt durchaus schmücken könnte. Doch zunächst geht das Zittern im Aachener Möbel-Shop in Eilendorf weiter.

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