Moderne Kunst auf der Wunschliste

Von: Kathrin Albrecht
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Kurzweilige Kommentare und flotte Kaufentscheidungen: Auktionator Professor Henrik Hanstein hatte zur Versteigerung nicht nur den berühmten Hammer bestens im Griff. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Seit 30 Jahren bietet der Neue Aachener Kunstverein (NAK) eine Plattform für lokale und internationale zeitgenössische Kunst. Ein fester Bestandteil im Jahresprogramm ist die Benefizauktion zugunsten des NAK. 82 Kunstwerke konnten rund 50 Bieter am vergangenen Samstag ersteigern. Bekannte Aachener Künstler wie Vera Sous oder Tim Berresheim hatten Werke für die Auktion zur Verfügung gestellt.

Besondere Freude haben Sammler an den jungen Talenten, die ebenso vielfach ihre Arbeiten spendeten. Der Berliner Maler Michael Kunze fertigte sogar eigens für die Auktion zwei Kunstwerke an. Viele heute international anerkannte Künstler hatten ihre erste Ausstellung im Neuen Aachener Kunstverein. Auch Wolfgang Tillmanns stellte 1999 in Aachen aus. Der Fotograf und Künstler ist inzwischen auch unter die Musiker gegangen. Seine signierte EP „Device Control“ kam für 130 Euro unter den Hammer.

Die Auktion leitete Henrik Hanstein vom Kölner Kunsthaus Lempertz – auch er, wie viele Gäste des Abends, ein langjähriger Begleiter der Auktion. Mit seinen Zwischenmoderationen (Sie müssen nicht, Sie dürfen!“) sorgte er an diesem Abend für Kurzweil. Im Minutentakt wurden die Angebote aufgerufen, die in ähnlichem Tempo auch ihre Käufer fanden.

Eines der kleinsten Werke erzielte einen der höchsten Preise: Bernd Ribbecks 24 mal 18 Zentimeter großes Acrylbild „Ohne Titel“ erzielte 5200 Euro. Freuen dürfte sich auch die Formation „Murena Murena“. Deren LP „Shame Over“ ging mit einem Startgebot von 10 Euro in die Auktion und erzielte am Ende stolze 120 Euro.

80.000 Euro, schätzte Werner Dohmen, Vorstandsvorsitzender des NAK, dürfte die Auktion gemeinsam mit der stillen Versteigerung, die noch bis Mittwoch läuft, einbringen. Damit deckt der NAK rund ein Drittel seiner laufenden Kosten, die daneben durch Zuschüsse der Stadt und Institutionen sowie Spenden und Mitgliedsbeiträge bestritten werden.

Insgesamt zeigte sich Dohmen zufrieden mit dem Ergebnis und nicht zuletzt mit der Tatsache, dass gerade junge Künstler die Arbeit des Kunstvereins offensichtlich sehr schätzen. „Gucken, gucken, gucken, hin und wieder auch mit dem Ohr“, beschrieb Dohmen das Erfolgsrezept, immer wieder zum richtigen Zeitpunkt jungen Talenten eine Öffentlichkeit zu bieten.

Der zweite Faktor sei die rege Sammlerszene: „In Aachen gibt es eine gute Sammlergemeinde mit großem Interesse für zeitgenössische Kunst, die auch den guten Kontakt zum Künstler schätzt“, sagt Dohmen.

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