Aachen - Moderne Gastronomie im alten Gemäuer

Moderne Gastronomie im alten Gemäuer

Von: Oliver Schmetz
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Der helle Neubau umschließt d
Der helle Neubau umschließt das marode Gemäuer: Wo heute noch am Eingang zum Ferberpark in Burtscheid ein altes Toilettenhäuschen steht, soll schon im nächsten Frühjahr ein Park-Café eröffnen. Foto: Architekturbüro Werrens

Aachen. Dass das marode Gemäuer im Ferberpark schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, ist unverkennbar und wird auch dadurch nicht übertüncht, dass sich zuletzt immer wieder Sprayer an ihm ausgetobt haben.

Im Burtscheider Volksmund als „altes Toilettenhäuschen” bekannt, war es früher einmal Arbeiterunterkunft, diente bis vor kurzem einem Boule-Verein als Stützpunkt, beherbergt bis heute Stawag-Technik - und ist doch an Ort und Stelle schon lange fehl am Platze. Oder besser gesagt: eine verschenkte Chance. Denn in solch einer 1a-Lage im Grünen und mitten im Kurgebiet könnte man doch etwas viel Schöneres auf die Beine stellen. Zum Beispiel ein Park-Café mit Außengastronomie.

Pachtvertrag mit Stadt besiegelt

Es ist gut zwei Jahre her, dass dem Aachener Gastronomen Kosta Athanasiou diese Idee kam. Jetzt ist das Projekt in trockenen Tüchern. Der Vertrag für das Grundstück, das Athanasiou von der Stadt in Erbpacht übernimmt, ist besiegelt. Die Pläne für das Café sind fertig und soeben von Politik und Architektenbeirat abgesegnet worden. Hinter verschlossenen Türen gaben Liegenschafts- und Planungsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung grünes Licht für den „Deal”, der nicht nur die Burtscheider Gastronomieszene bereichern soll. Denn dass in der großen Grünanlage nahe der belebten Burtscheider Fußgängerzone eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität durchaus wünschenswert ist, darüber sind sich die Politiker quer durch alle Parteien weitgehend einig.

Holz und ganz viel Glas

Bevor es soweit war, gab es allerdings für den Investor und die Planer des Aachener Architekturbüros Werrens einige dicke Bretter zu bohren. „Wir haben mit vielen Ämtern viele Gespräche geführt”, schmunzelt Athanasiou. Und auch die Politik hatte zunächst einiges zu kritisieren: Der erste Entwurf wurde verworfen, der zweite dann jedoch sehr positiv aufgenommen.

Ein heller, pavillonartiger Bau aus viel Holz und Glas soll nun dort entstehen, wo heute noch das alte Gemäuer steht - und zum Teil auch stehen bleiben wird. Denn drei der vier Mauern bleiben erhalten, um sie herum entsteht der rechteckige, flache Café-Neubau.

Zwar steht das „Toilettenhäuschen” nicht unter Denkmalschutz, doch sei der zumindest teilweise Erhalt eine städtische Auflage gewesen, erklärt der Investor. Gleiches gelte für die technischen Anlagen der Stawag, die man demnächst in einem - knapp bemessenen - Keller unterbringt. Eine weitere Unterkellerung verbiete der Baumschutz, dem zuliebe man überdies mit sogenannten „Punktfundamenten” arbeiten werde, wie die Architekten Michael Werrens und Philipp Hansen erläutern.

Insgesamt will Athanasiou rund 750.000 Euro in den Umbau stecken und dafür auch gleich neben dem Café noch einen neuen Spielplatz für Kleinkinder anlegen. Der Gastronom ist davon überzeugt, dass sich das Projekt rechnet. „Das Potenzial ist da”, sagt er mit Blick auf die vielen Kurgäste und Burtscheider Familien, die bei schönem Wetter den Ferberpark bevölkern. „Wir schließen da eine Lücke.”

Auf rund 120 Quadratmetern Gastraum im Innern und ähnlich großer Freiluftfläche will Athanasiou vom Frühstück über Mittagstisch und Nachmittagskaffee bis hin zum Abendessen „moderne Gastronomie” anbieten. „Wir bauen keinen Kiosk, um ein paar Getränke zu verkaufen, sondern wollen etwas Schönes machen”, verspricht er.

Wie das Konzept angenommen wird, dürfte sich dann wohl schon in der nächsten Freiluftsaison zeigen. Der Bauantrag ist längst eingereicht, bereits in den kommenden Wochen rechnet man mit der Baugenehmigung. Im August sollen die Umbauarbeiten starten, und schon im kommenden Frühling soll Burtscheid sein neues Park-Café haben. „Wir wollen nächstes Jahr am 1. März öffnen”, sagt Kosta Athanasiou.
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