Moderne EDV und eine ehrwürdige Bildungsstätte am Marienhospital

Von: Marie Eckert
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Feierstunde anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Bildungsinstitutes am Marienhospital: Die Schülerinnen hatten ein Lied zum Geburtstag des Hauses einstudiert. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Gleich zwei Anlässe gab es im Bildungsinstitut für Berufe im Gesundheitswesen am Marienhospital zu feiern: Einmal den 90. Geburtstag des Instituts, das am 17. April 1925 mit der staatlichen Anerkennung der Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege am Marienhospital gegründet wurde. Zum anderen die Einweihung des neuen Schulzentrums in der Friedrich-Ebert-Allee 84.

Dort lernen nun 125 angehende Gesundheits- und Krankenpfleger, vorher waren es 75. Das Schulzentrum war früher ebenfalls eine Bildungsstätte: zunächst eine ordensgeführte Schule bzw. Kita, danach Residenz einer englischen Privatschule. Später stand es leer – eine glückliche Fügung, wie Rolf-Leonhard Haugrund, Vorstand der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen, es nennt. „Die Schule wurde frei, und wir brauchten dringend größere Räume für die Azubis“, erklärte er. Vorher lernten die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger in einem denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände des Marienhospitals, ab sofort wird die neue Schule vollständig genutzt.

Zur Eröffnung gehört auch die Einweihung: Ehrendomkapitular Monsignore Heribert August segnete die neuen Räume im Wortgottesdienst ein – und machte direkt zu Beginn auf den runden Geburtstag des Instituts aufmerksam: „Die Stiftung ist stolz auf die in den vergangenen 90 Jahren geleistete Arbeit.“ Seit 1925 gibt es das Institut also, zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Deutschland erstmals Mindestnormen für die Ausbildung festgesetzt.

Nach der Weihe in der Mehrzweckhalle des Zentrums konnten dann alle Gäste selber schauen, wie die Schule nun aussieht: Große, helle und moderne Räume für Gruppenarbeit, Klassenräume, ein EDV-Raum und eine Bibliothek – und ein Demoraum, in dem zwei Krankenbetten mit Puppen zum Üben aufgebaut sind. In jedem Raum hatten die Azubi etwas vorbereitet: Videopräsentationen, Impressionen von einem Krankenpflegeschüler-Austausch nach Saudi-Arabien aus dem vergangenen Jahr, viele Plakate mit Erklärungen und Bildern. „Was ist eine Chirurgie?“ oder „Die Aufgaben eines Praxisleiters“ und auch „Pflege – ein Beruf, vielfältige Wege“ stand auf ihnen zu lesen.

Und genau diese vielfältigen Wege werden vom Bildungsinstitut unterstützt: Seit diesem Jahr gibt es eine Zusammenarbeit mit der Fernhochschule in Hamburg. Ab dem 2. Ausbildungsjahr können die Azubis dort nebenbei „Health Care Studies“ studieren. Nach drei Jahren ist die reguläre Ausbildung abgeschlossen, und nach weiteren zwei Jahren berufsbegleitenden Studiums können sich die Absolventen „Bachelor of Science“ nennen. Auch eine Teilzeitausbildung bietet das Institut an: Dabei wird die Ausbildung von drei auf vier Jahre verlängert, schon 25 Azubis nehmen diese Möglichkeit wahr. „Wir berücksichtigen damit die Familiensituation von jungen Vätern oder Müttern, die vielleicht alleinerziehend sind oder sonstige Verpflichtungen haben“, erklärte Haugrund. „Denn anders“, so sagte er, „hätten sie vielleicht gar keine Chance, noch eine Ausbildung zu machen.“

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