Aachen - Modellprojekt „Do it!“: In der Gruppe endlich raus aus der Sucht

Modellprojekt „Do it!“: In der Gruppe endlich raus aus der Sucht

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Raus aus der Sucht: Das klapp in der Gruppe „Do it!“ der Jugend- und Drogenberatungsstelle der Suchthilfe Aachen. Foto: imago

Aachen. Wer kennt das nicht? „Ich müsste mehr Sport treiben!“ oder „Ich sollte mich gesünder ernähren!“ Vorsätze hat man schnell gefasst, aber wirkliche Alternativen zum gewohnten Verhalten auch umzusetzen, ist nicht einfach. Denn Verhaltensänderungen passieren nicht „einfach so“, sondern verlaufen in verschiedenen Phasen.

So auch beim Thema Suchtmittelkonsum: Zunächst muss sich ein Bewusstsein entwickeln, dass das eigene Verhalten stört oder hinderlich ist. Erst dann kann man sich entscheiden, etwas zu verändern und Vorbereitungen dazu treffen. „Einige der Betroffenen, die unsere Beratungsstelle aufsuchen, stehen genau an diesem Punkt: Sie wollen etwas verändern, haben Ideen zur Umsetzung oder auch schon erste Schritte Richtung Reduktion oder Abstinenz des Suchtmittels unternommen. Für den weiteren Weg brauchen sie jedoch noch etwas Unterstützung“, erklärt Christina Cytron, Suchttherapeutin bei der Suchthilfe Aachen.

Für genau diese Zielgruppe bietet die Jugend- und Drogenberatungsstelle das Gruppenangebot „Do it!“ an. Was anfänglich als eine Modellgruppe startete, hat sich mittlerweile als dauerhaftes Unterstützungsangebot etabliert. Im August wird das zweijährige Bestehen gefeiert. Interessierte erhalten weitere Informationen in der offenen Sprechstunde, jeweils montags zwischen 16 und 18.30 Uhr sowie donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr in der Jugend- und Drogenberatung, Herzogstraße 4. Die Angebote der Suchthilfe Aachen sind kostenlos. Die Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht.

Zwischen sechs und zwölf Personen treffen sich einmal wöchentlich mit Gleichgesinnten und Fachleuten der Suchthilfe Aachen. In sieben Modulen lernen sie zum Beispiel, welche Alternativen es zum Konsum gibt, welche individuellen Schutzfaktoren entwickelt werden können, um ein zufriedenes drogen- und suchtfreies Leben zu führen oder wie Rückfällen vorgebeugt werden kann. Gerade der Austausch mit Motivierten mit ähnlichen Lebenserfahrungen sowie der strukturierte Aufbau der Module wird dabei von den Teilnehmenden geschätzt.

Stefanie ist eine von ihnen. Sie ist 25 Jahre alt und abhängig von Cannabis. Sie sagt: „Als ich mit der Do it!-Gruppe angefangen habe, habe ich noch Cannabis konsumiert. Die Teilnehmer, die schon clean waren, haben mir gute Tipps gegeben und mich motiviert, auch aufzuhören.“

„Die Do it!-Gruppe findet fortlaufend statt, so dass ein Einstieg für Interessierte wöchentlich möglich ist“, erläutert Tabea Sontag, ebenfalls Mitarbeiterin bei der Suchthilfe Aachen, das Konzept. Am Ende der Reihe entscheidet jeder Klient für sich, ob er nun gut alleine zurechtkommt oder ob die Vermittlung in eine ambulante oder stationäre Therapie ansteht.

Weitere Infos: Suchthilfe Aachen, Jugend- und Drogenberatung, Herzogstraße 4, Telefon 9809210, www.suchthilfe-aachen.de, blog.suchthilfe-aachen.de.

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