Modehaus Peek & Cloppenburg strickt an zwei Fronten

Von: Robert Esser
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Nach jahrzehntelangem Leerstand: Die Schrottimmobilie an der Großkölnstraße soll nun zügig verkauft und abgerissen werden. Eine neue Bauvoranfrage bekam von der Stadt grünes Licht. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Modekonzern Peek & Cloppenburg strickt jetzt fleißig an seinem neuen Erscheinungsbild in Aachen – und zwar in zwei Richtungen. Hinter verschlossenen Türen hat die Stadtverwaltung den Mitgliedern des Planungsausschusses im sogenannten „nicht-öffentlichen Teil“ erläutert, dass nun endlich der lang ersehnte Bauantrag für das riesige Neubauvorhaben von P&C eingetroffen ist.

Man will auf der Adalbertstraße anstelle des ehemaligen Wehmeyer-Hauses, das seit Jahren leersteht, ein „P&C Weltstadthaus“ auf rund 10.000 Quadratmetern errichten. Unabhängig davon steht auf der anderen Seite der Altstadt in der Großkölnstraße die Schrottimmobilie „altes Pfeifferhaus“ kurz vor dem Verkauf.

Nachdem dort vor drei Monaten eine reine Hotelansiedlung an zu hoch geplanten Dachgeschosshöhen gescheitert ist, favorisiert ein auswärtiger Investor aktuell eine Mischlösung „mit innenstadttypischer Nutzung“, wie das Presseamt am Montag formulierte. Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine Mischlösung: Lebenmitteldis-counter in Erdgeschoss, Wohnungen und ein Beherbergungsbetrieb in der Art eines „Boardinghouse“ darüber.

Eine reine Wohnbebauung scheidet an der Großkölnstraße wohl schon deshalb aus, weil deren Rendite angesichts der Preisvorstellungen von P&C für Schrottimmobilie und Grundstück plus Neubaukosten kaum wirtschaftlich darstellbar ist. Darum benötigten potenzielle Investoren in ihrer Projektplanung zwingend eine Hotel- beziehungsweise große Einzelhandelslösung, um entsprechend hohe Erträge einzuspielen.

Das Konzept jedenfalls scheint der Stadt zu gefallen, eine entsprechende Bauvoranfrage wurde positiv beschieden. „Es könnte jetzt tatsächlich schnell losgehen“, bestätigte am Montag ein Sprecher der Stadt auf AZ-Nachfrage. Das alte Pfeifferhaus vergammelt dort seit 1999. 20 Jahre später könnte der trostlose Bereich mit neuem (Einkaufs-)Leben aufgefrischt und damit der kompletten Großkölnstraße stärkere Kundenströme zugeführt werden.

Für die Adalbertstraße will die Düsseldorfer P&C-Zentrale noch im Laufe des Jahres 2017 durchstarten. Zunächst stehen dort – auch rechts und links des verlassenen Wehmeyer-Komplexes – umfangreiche Abrissarbeiten an. Dann soll Großes entstehen und mit seiner „Architektur das Stadtbild bereichern und in den Verkaufsmeilen aufregende Akzente setzen“ – so das Konzept des „Weltstadthauses“. Der genaue Zeitplan wird nun festgezurrt. Angesichts jahrelanger Verzögerungen sind beide Vorhaben jedenfalls nicht „mit heißer Nadel gestrickt“...


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