Mobilitätszentrum der FH: Endet Pechsträhne im Herbst?

Von: Stephan Mohne
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Trauriges Bild: Seit dem Baustopp für das „Kompetenzzentrum Mobilität“ der FH an der Hohenstaufenallee ist das Grundstück eine triste Brache. Jetzt kommt aber Bewegung in die Sache: Neue Planungen sind fertig, im Oktober könnte – wenn alles glatt läuft – erneut Baubeginn sein. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Morast statt Mobilitätszentrum, öde Baugrube statt schmucker Neubau: An der Hohenstaufenallee bietet sich immer noch ein wüstes Bild. Eigentlich sollten jetzt bereits viele Studierende der Fachhochschule die Vorzüge jenes neuen Gebäudekomplexes genießen können, in dem die Fachrichtungen, die sich rund ums Thema Mobilität drehen, gebündelt werden sollen.

Mit dem Schwerpunkt Mobilität hat die Fachhochschule dementsprechend schon vor Jahren geworben und Professoren berufen. Die sitzen mit ihren Studenten aber auch heute noch in völlig unzureichenden Räumlichkeiten und warten seither – und mittlerweile ziemlich verzweifelt – auf das versprochene Kompetenzzentrum.

Alle Betroffenen an der Fachhochschule wird es deswegen umso mehr freuen, dass endlich ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Denn laut dem Bauherrn, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), könnte im Herbst der ersehnte (und erneute) Baubeginn sein: Die Entwurfsplanungen für den Gebäudekomplex sind vor kurzem fertig geworden.

Nicht die erste Planung

Es wäre allerdings nicht der erste Baubeginn. Und es ist auch nicht die erste Planung, sondern mittlerweile die dritte. Bisher geschah Folgendes: Erste Planungen wurden vor einigen Jahren wegen zu hoher Kosten verworfen. Der zweite Entwurf sollte in die Tat umgesetzt werden, Ende 2013 rückten die Bagger an, um dann ziemlich flott auch schon wieder abzurücken. Baustopp.

Mit der Baugrube hatten sich Probleme ergeben. Unter anderem auch an den Nachbarhäusern, die Schäden davongetragen haben sollen. Dem Vernehmen nach wird genau das derzeit gutachterlich untersucht. Der BLB setzte dem Tiefbauer den Stuhl vor die Tür, doch der klagte auf Schadensersatz und bekam in zwei Instanzen Recht. Demnach war wohl eher die Planung der Grund des Übels und nicht die Arbeitsweise der Bauleute.

Da es nun gar nicht mehr weiterging, löste der BLB auch den bereits abgeschlossenen Vertrag mit dem Hochbauer auf und ließ die Baugrube wegen großer Wasseransammlungen, die permanent abgepumpt werden mussten, teils wieder zuschütten.

Was tun? Diese Frage stellte sich immer wieder auch die FH-Chefetage, schließlich warteten die Lehrenden und Lernenden der Mobilitätsstudiengänge da schon ein paar Jahre. Geprüft wurde schließlich, ob das Ganze wegen der schwierigen Verhältnisse an der Hohenstaufenallee gar an einem anderen Standort realisiert werden sollte.

Doch Ende 2014 kam es dann doch anders: Der Standort Hohenstaufenallee wurde beibehalten. Das „Kompetenzzentrum Mobilität“, so die offizielle Bezeichnung, musste jedoch abermals neu – und im Umfang abgespeckt – geplant werden.

Eines von zwei Kellergeschossen wurde gestrichen, der Abstand zur Nachbarbebauung aus besagten Gründen vergrößert. Die Baugrube wird weniger tief, die Risiken werden dadurch reduziert. In dem einst geplanten Kellergeschoss sollten Prüfstände stehen. Für diese wird nun ein eigener Neubau hinter dem benachbarten Gebäude des Fachbereichs Luft- und Raumfahrttechnik errichtet. Parkplätze sollen unter anderem auf dem Dach des Prüfstandsgebäudes entstehen, um Beispiele für die Umplanungen zu nennen.

Knapp ein Jahr dauerte es, bis diese neue Planung stand. Diesen Zeitrahmen hatte der BLB seinerzeit auch prognostiziert. Laut Bernd Klass, Sprecher der Aachener BLB-Niederlassung, liegen diese Planungen nun den zuständigen Ministerien zur Genehmigung vor. Gibt es von dort grünes Licht, geht das Ganze mit einer gewissen Vorlaufzeit in den auch politisch besetzten BLB-Verwaltungsrat. Gibt der auch sein Plazet, dauert es laut Klass weitere drei bis vier Monate, um die entsprechenden Ausschreibungen, die natürlich auch auf ein Neues starten müssen, vorzubereiten. Geht alles glatt, könnte im Oktober Baubeginn sein.

Das ist eine Zeitschiene, auf die man auch in der Fachhochschule dringend hofft: „Wir werden mit allen Kräften daran arbeiten, in die nächste Verwaltungsratssitzung des BLB zu kommen“, betont Rektor Marcus Baumann, dem das Thema seit Jahren schwer auf den Schultern lastet. BLB-Sprecher Bernd Klass unterstreicht ebenfalls: „Es wird mit Hochdruck an diesem Projekt gearbeitet.“ Wie teuer die Gebäude am Ende werden, dazu gibt es noch keine konkreten Zahlen. Die „Ur-Planung“ lag bei rund 40 Millionen Euro, die erste abgespeckte Version dann bei 32 Millionen Euro.

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