Mobilitätszentrum der FH: „Das geht uns viel zu langsam“

Von: Stephan Mohne
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Geht es mit dem lang ersehnten FH-Neubau an der Hohenstaufenallee doch auf absehbare Zeit los? Jüngste BLB-Informationen, es werde noch über die Finanzierung verhandelt, erwiesen sich als falsch. Diese seien auf den Neubau der abgebrannten RWTH-WZL-Halle in Melaten (kleines Bild) bezogen gewesen, hieß es dann. Doch auch auf dieses Projekt trifft dies nicht zu, denn auch da steht die Finanzierung. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Von den Kuriositäten, die sich um den (Nicht-)Bau des neuen „Leuchtturms“ der FH Aachen an der Hohenstaufenallee – dem Mobilitätszentrum „KMAC“ – ranken, wurde hier schon viel berichtet. So geht es denn auch weiter.

Auf Anfrage unserer Zeitung beim Bauherrn, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), wie es denn nun aussehe und ob die Finanzierung des Projekts stehe, hieß es im Februar aus Düsseldorf: Man stehe noch in Verhandlung um die Aufteilung der Kosten und könne auch keinen konkreten Baubeginn nennen.

Kurz darauf verlautete aus Düsseldorf, diese Informationen seien gar nicht auf das „KMAC“ bezogen gewesen, sondern auf den Stand der Dinge beim Neubau der abgebrannten WZL-Halle – da geht es wohlgemerkt um die RWTH und auch nicht die Hohenstaufenallee, sondern Melaten. Was nun wiederum die RWTH ziemlich wunderte. Schließlich stehe die Finanzierung dieses Projekts doch schon. Was just am Freitag auch offiziell bei der Inbetriebnahme des WZL-Ersatzbaus am Rotter Bruch bekanntgegeben wurde.

Konfusion komplett. Bleibt die Frage: Wie sieht es denn nun tatsächlich mit dem FH-Bau aus? Dazu liegt seitens des BLB auf Anfrage nun eine neuerliche Mitteilung vor. Zwar wird einmal mehr kein Wort über die Frage nach der Finanzierung verloren, aber immerhin: „Die Ausführungsplanung für das Kompetenzzentrum ist abgeschlossen. Derzeit werden die Ausschreibungen für die Bauleistungen vorbereitet“, heißt es da.

Noch in diesem Jahr könnten die Arbeiten starten. Diese Aussage steht unter dem Vorbehalt der „Prüfung und Genehmigung des Projekts in den nächsten Monaten“. Gemeint dürfte damit der BLB-Verwaltungsrat sein. Der sollte eigentlich schon 2016 grünes Licht geben. Und im Februar des vergangenen Jahres hieß es schon, dass man mit einem „Baubeginn im Oktober“ rechne.

Dabei sollte das Gebäude eigentlich bereits 2013 bezogen werden. Zunächst aber waren dem Land die 40 Millionen Euro Baukosten zu hoch. Es wurde abgespeckt, heraus kamen 32 Millionen. Ende 2013 wurde die Baugrube ausgehoben, dann das Ganze wegen Problemen mit dem Grundwasser zunächst zeitweise, dann ganz gestoppt.

Der Tiefbauer Tholen aus Geilenkirchen wurde entlassen, er klagte und gewann. Zunächst jedenfalls. Das Schadensersatzverfahren, das auf die Grundsatzentscheidung folgte, verlor er aber. „Der Richter hatte offenbar etwas gegen uns“, so Gesellschafter Willy Tholen am Freitag. Er geht jetzt in Berufung.

Studiengänge längst etabliert

Abseits dessen wurde Ende 2014 entschieden, dass der Bau, in dem die mittlerweile an der FH etablierten Studiengänge zum Thema Mobilität gebündelt werden sollen, doch an der Hohenstaufenallee entstehen wird. Es wurde ein Jahr lang umgeplant – es geht wegen der Wasserproblematik weniger in die Tiefe, dafür wird in der Nachbarschaft noch eine Halle für Prüfstände neu errichtet. Laut BLB beträgt die reine Bauzeit zwei Jahre. Bei einem Beginn Ende 2017 wäre man dann bei Ende 2019 – sechs Jahre nach dem eigentlichen Bezugstermin.

Ein Umstand, den man an der Fachhochschule naturgemäß mit viel Unmut zur Kenntnis nimmt. Denn sowohl bei neuen Professoren wie Studenten wurde damals unter anderem mit dem Leuchtturm „KMAC“ geworben. Dass die Zeit der Verzögerungen nun hinter dem Projekt liegt, hoffen die Verantwortlichen der FH inständig. Dennoch hieß es von dort auf Anfrage unmissverständlich: „Das geht uns alles viel zu langsam.“

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