Mobile Behandlungseinheit: Vom Wohnmobil zur Zahnarztpraxis

Von: Maike Holle
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Von außen ein Wohnmobil, innen eine moderne Zahnarztpraxis: Raphael Möhrle (v.l., großes Bild), Martin Mikat, Helmut Mikat, Dr. Petronella Prottung, Jamila Vanicek, Aljosha Vanicek, Ute Wetter und Holger Vanicek freuen sich über die mobile Behandlungseinheit, die bald im syrischen Kriegsgebiet zum Einsatz kommen soll. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein gewöhnliches Wohnmobil, das zurzeit noch auf dem Gelände der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg steht. Spätestens beim Eintreten entdeckt man aber einen Zahnarztstuhl und weiß, dass viel mehr dahinterstecken muss.

Auch wenn die meisten Menschen einen Zahnarztbesuch als selbstverständlich ansehen, ist genau das durch den Mangel an medizinischer Versorgung im syrischen Kriegsgebiet nicht möglich. Raphael Möhrle, Absolvent der Akademie, machte es sich deshalb im Rahmen seines Examens zur Aufgabe, ein Wohnmobil zu einer rollenden Zahnarztpraxis umzubauen.

Unterstützt wurde das Projekt durch die Hilfsorganisation „Grünhelme“, die weltweit in Krisengebieten bei dem Aufbau zerstörter Schulen, Häuser und Krankenstationen hilft. Die Organisation finanziert sich rein aus privaten Spenden. So kamen auch die 25.000 Euro zusammen, die für Materialien und Reparaturen während des Umbaus benötigt wurden.

Eine weitere bedeutsame Spende – nämlich das Wohnmobil selbst – steuerte Familie Vanicek aus Belgien bei. „Nachdem wir sechs Jahre lang unser Wohnmobil gefahren sind, wollten wir es verkaufen. Seit längerer Zeit fragten wir uns aber auch, wie wir Menschen in Krisengebieten helfen können. Durch das Projekt konnten wir beide Gedanken zusammenführen“, erklärte Holger Vanicek.

„Das Projekt half mir, mich weiterzuentwickeln“, stellte Möhrle rückblickend fest. „Schließlich musste ich mich als Tischler jetzt auch mit Bereichen wie Elektronik, Sanitär und Zahnmedizin auseinandersetzen.“ Ebenso erging es ihm bei der Photovoltaikanlage, die auf dem Dach installiert wurde und ermöglichen soll, dass die Praxis auch ohne Stromanschluss funktioniert. Schon bald können etwa 40 bis 60 Patienten täglich rund um Aleppo versorgt werden.

Nach einem Jahr Umbau kann die Praxis am 30. August von Hamburg nach Syrien transportiert werden. Nun hofft Möhrle, dass seine auch Nachahmer finden wird.

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