Mitten im Geschehen: Historisches Krimidinner ab März im Marschiertor

Von: Ines Kubat
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Aachen. Wenn im kommenden Jahr alles im Zeichen Karl des Großen steht, werden ganz viele Seiten des europäischen Herrschers zum Vorschein kommen. Eine ganz unbekannte und andere Sicht eröffnet das Theater 99 auf den bekannten Aachener.

Denn die Schauspieler schreiben die Geschichte ganz neu: So porträtieren sie Karl als gerechten, großmütigen Herrscher, dem jedoch der Hang zum weiblichen Geschlecht viel Ärger einbringt. Karl ist in dem Stück, so lässt sich sagen, ein Frauenheld und Schwerenöter, der sich vor heiratswilligen Damen kaum retten kann. Verehrt von den Fräuleins am Hof und umworben von Maitresse und Kaiserin, sucht Karl doch eher die politische Heirat mit der Sachsenfürstin Geva, um den Zwist zu beenden. Kaum verwunderlich ist daher, dass sein festliches Mahl ein ums andere Mal gestört wird und Karl sich schließlich in einem Netz aus Eifersucht, Neid und Missgunst wiederfindet. Das Essen wird jäh beendet, als es zu einem großen Tumult kommt und eine Leiche gefunden wird, deren Todesumstände es nun zu klären gilt.

Bei alledem handelt es sich jedoch nicht ganz um eine neues Stück des Schauspiel-Ensembles, sondern um ein Krimidinner der besonderen Aachener Art, an dem man ab März in den passenden mittelalterlichen Räumen des Marschiertors teilnehmen kann.

Nicht ganz historisch belegbar, aber doch eindeutig mit altertümlichen Bezug, nehmen die Gäste inmitten der Protagonisten an der festlichen Tafel Platz, an deren Kopfende – wie es sich gehört – Karl unter ihnen diniert. Mehrere Gänge werden dann über den Abend hin kredenzt. Und genauso deftig und zünftig wie beim Essen geht es dann auch in der Geschichte zu, in der die Zuschauer womöglich ebenfalls einige Rollen übernehmen werden. Wenig zimperlich könnten dabei sogar die Klingen gezückt und Streitigkeiten direkt über den Köpfen der Festgesellschaft ausgetragen werden, verrät Jutta Kröhnert, Geschäftsführen der Aachener Kultur- und Theaterinitiative, verschwörerisch. Aber niemand habe ernsthaft um sein Leben zu fürchten, schließlich sei es am Publikum, bei der Geschichte genau hinzuhören und Hinweise zu sammeln, um am Ende gemeinsam den Täter zu überführen.

Kröhnert freut sich besonders, das erste Krimidinner mit besonderem Aachener Bezug anzubieten. Für die Handlung, die sie selbst geschrieben hat, habe sie zwar einige Bücher studiert, aber das Ergebnis kann sich sicherlich sehen lassen. Insgesamt können sich die Gäste auf einen rund dreistündigen Ausflug in die Zeit Karls des Großen freuen, der mit viel Spannung einhergehe. Um das Erlebnis abzurunden, werden außerdem einige Tänzer mit historischen Schritten für Unterhaltung sorgen und eine Hofkapelle aufspielen. Dabei handelt es sich um das Ensemble Aquisgrana, das sich sonst eher barocker Musik widmet. Für das Krimidinner jedoch hätten sie einige Archive gewälzt, um an sehr alte Notenaufzeichnungen zu gelangen.

 

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