Aachen - Miteinander über Grenzen der Kontinente

Miteinander über Grenzen der Kontinente

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
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Grenzenlose Zusammenarbeit: Dr. Angelika Evens, Ismael Souare, Dr. Jürgen Jansen, Dr. Mona Pursey, Melissa Medoch, Sina Laschet und Ivy Owusu-Dartey (von links). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Afrika – der Kontinent ist in Schlagzeilen fast immer mit Problemen oder Katastrophen verknüpft: Hungersnöte, Bürgerkrieg und – ganz aktuell – die Ausbreitung der Infektionskrankheit Ebola. Andererseits leben und arbeiten viele Menschen aus Afrika inzwischen auch in Aachen, sind gut in die Gesellschaft integriert.

Was machen die Bilder und Vorurteile mit den Menschen auf beiden Seiten? Wie beeinflussen sie das Miteinander?

Diese und andere Fragen möchten das Afrika-Forum Aachen, das Eine-Welt-Forum Aachen und das Deutsch-Französische Kulturinstitut Aachen im Rahmen der Diskussionsveranstaltung „Überlegungen zum Miteinander von Menschen aus Afrika und Europa“ am 25. Oktober zum Thema machen. Eine Veranstaltung vor einem Jahr zum Kolonialismus des Ersten Weltkrieges brachte die Akteure zum ersten Mal zusammen. „Sie machte aber auch deutlich, dass bei den Teilnehmenden Diskussionsbedarf zur aktuellen Situation besteht“, erläutert Jürgen Jansen, Vorstandsvorsitzender des Eine-Welt-Forums. Diesen Raum soll die Veranstaltung nun bieten.

Ziel ist ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch, umreißt Mona Pursey, Geschäftsführerin des Eine-Welt-Forums, die Veranstaltung: „Es wird kurze thematische Einführungen geben, dann haben die Teilnehmenden in Workshops die Möglichkeit, sich aus persönlicher Sicht über ,Afrika‘ und ,Europa‘ auszutauschen.“ Musik und marokkanische Spezialitäten lassen die Veranstaltung ausklingen. Neben Jürgen Jansen werden Ismael Souare vom Afrika-Forum und Ivy Owusu-Dartey von der Ghana-Union inhaltliche Impulse setzen.

„Ich habe im Großen und Ganzen sehr positive Erfahrungen gemacht“, fasst Ivy Owusu-Dartey ihre Erfahrungen zusammen. Sie ist in Aachen aufgewachsen. „Ich bin nie persönlich angegriffen worden. Als ich aufwuchs, war ich das einzige schwarze Kind an meiner Schule. Dieses Bild hat sich verändert. Aber auch der Rassismus hat sich verändert. Der institutionelle Rassismus hat zugenommen.“ Erfahrungen damit hat Ismael Souare gemacht. Als einziger Farbiger auf dem Flug nach Hamburg wurde er zur Kontrolle gebeten und stundenlang gefilzt. In einem Bewerbungsgespräch stieß sich sein Gesprächspartner an seinem islamischen Vornamen. „Es ist wichtig, wie man mit diesen Erfahrungen umgeht. Ich lasse sie in meine Arbeit einfließen“, sagt er. „Ich wünsche mir, dass wir auch auf Gebieten Engagement und Verantwortung zeigen können, die nicht sofort mit uns assoziiert werden, wie Sport oder Musik“, sagt Ivy Owusu-Dartey.

Der Gedanke der Vernetzung und des Voneinander-Lernens spielt für alle dabei eine wichtige Rolle. „Es geht darum, mit Unterschieden zurechtzukommen,“ meint Jürgen Jansen. „Wir möchten den Versuch machen, Völkerverständigung auf einer persönlichen Ebene zu ermöglichen, Menschen die Gelegenheit zu geben, Dinge neu zu überdenken, den anderen als erfahrbare Persönlichkeit kennenzulernen“, fügt Mona Pursey hinzu.

Daher sind auch gerade Menschen angesprochen, die bislang wenig Kontakt zu den Kulturen Afrikas hatten. Ergibt sich aus diesem persönlichen Erfahrungsaustausch eine nachhaltige Wirkung, beispielsweise in Form eines ehrenamtlichen Engagements, sei das Ziel erreicht, meint Mona Pursey.

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