Miteinander der Kulturen bringt Lebensqualität

Von: Jan Weck
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„Ich bin Öcher”: Die Stadt
„Ich bin Öcher”: Die Stadt hatte in einer Plakatkampagne die multikulturelle Vielfalt in den Blickpunkt gerückt. Beim Tag der Integration wurde auch darüber im Eurogress gesprochen - unter anderem mit Staatssekretärin Zülfiye Kaykin (2. von links). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Auf der Bühne im Eurogress steht Zülfiye Kaykin und versucht, in Worte zu fassen, was der viel diskutierte Begriff Integration bedeutet. Kaykin ist vom Fach, denn sie ist Staatssekretärin für Integration.

Sie spricht über die Vielfalt der Kulturen und darüber, dass in Aachen Menschen aus 156 verschiedenen Nationen wohnen, die sich gegenseitig bereichern können. Sie spricht über Lebensqualität, die durch das Miteinander der Kulturen entsteht.

Viele Menschen aus vielen Kulturen sind hergekommen zum fünften Tag der Integration in Aachen. Es sind so viele, dass Oberbürgermeister Marcel Philipp eine Wette anbietet, als er seine Begrüßungsrede hält. Am Ende des Nachmittags soll jeweils ein Vertreter der 156 Aachener Nationen mit ihm auf der Bühne stehen. Ein Blick ins Publikum genügt, um zu wissen, dass Philipp diese Wette tatsächlich gewinnen kann.

Erstmals mit Familientag

Den Tag der Integration veranstalten die Stabsstelle für Integration der Stadt Aachen und das Büro der Regionaldekane gemeinsam mit über 150 Organisationen aus der Region. Besonders ist in diesem Jahr, dass erstmals der Familientag der Städteregion integriert ist. Auf den Gängen im Eurogress drängen sich die Stände von Kulturvereinen, Menschen in folkloristischen Gewändern laufen umher, andere tragen T-Shirt und Jeans.

Einige Afrikaner trommeln, sie sind weit zu hören und werden später im großen Europasaal vor Publikum auftreten. In einer Ecke kann man etwas über die chinesische Sprache lernen, etwas weiter gibt es gibt es schwere arabische Teppiche mit aufwändigen Mustern zu kaufen.

Viele leckere Spezialitäten

Zu essen gibt es auch, und zwar so variantenreich, wie es wohl nur hier möglich ist. Neben anderen Spezialitäten gibt es welche aus Japan, der Türkei und Serbien. Vielleicht hat Bürgermeister Philipp auch diese Vielfalt im Sinn, wenn er von dem Reichtum spricht, den Aachen seinen vielen Kulturen zu verdanken hat. Folkloristische Tanzgruppen treten auf und teilen mit den Zuschauern. Der Schülerchor „Pius Celebration” singt ebenso wie ein Gospelchor, und in einer multireligiösen Friedensfeier sprechen Kirchenleute über Gemeinsamkeiten.

Zülfiye Kaykin leitet eine Talkrunde mit dem Titel „Ich bin Öcher!”, und wie über dem ganzen Tag schwebt auch hier die Frage im Raum, was erfolgreiche Integration eigentlich ausmacht. Ein gutes Beispiel gelebter Integration geben wohl die Besucher und Teilnehmer der Veranstaltung. Kaykin hat heute Grund zur Freude. Mit dem Begriff „Öcher” könne sie bisher allerdings nicht viel anfangen, gesteht sie. Doch wohnt sie nicht in Aachen. Von gescheiterter Integration kann also nicht die Rede sein.
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