Mitarbeiter des Stadtbetriebs demonstrieren gegen Personaldezernenten

Von: mh/tka
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Alles aufgefahren: Eindrucksvoll protestieren die Mitarbeiter des Stadtbetriebs am Rathaus. Foto: Steindl
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Die Reaktion der Mitarbeiter des Aachener Stadtbetriebs war eindeutig, ihre Wut galt einem Mann: dem städtischen Personaldezernenten Dr. Lothar Barth. Foto: Steindl

Aachen. Mit einer derart heftigen Reaktion hatte auch Mathias Dopatka nicht gerechnet. Der Verdi-Mann hatte die Demonstration vor dem Rathaus angemeldet, dass die städtischen Müllwerker und viele ihrer Kollegen aber solch schwere Geschütze auf- und vor allem sämtliche Fahrzeuge vorfuhren, konnte er nicht absehen.

Die Reaktion der Mitarbeiter des Aachener Stadtbetriebs war eindeutig, ihre Wut galt einem Mann: dem städtischen Personaldezernenten Dr. Lothar Barth. Denn mit diesem Mann verbinden die Müllwerker – auch das wurde am Mittwoch vor dem und im Rathaus deutlich – die Furcht vor einer Privatisierung der Müllabfuhr.

„Herr Barth ist mit Vorschusslorbeeren in Aachen gestartet, seitdem hat er alles Porzellan zerschlagen, was da war“, beschreibt Dopatka die Situation. Final zerrissen sei das Tischtuch – um ein anderes Bild aufzugreifen – zwischen Barth und den Mitarbeitern des Stadtbetriebs in der Frage eines neuen Betriebsleiters als Nachfolger von Franz Narloch.

Nach AZ-Informationen soll Personaldezernent Barth um einen Kandidaten gebuhlt haben, den die Mitarbeiter als Verfechter einer Privatisierung der Müllabfuhr fürchten. Dieser verzichtete aber letztlich auf eine Teilname am sogenannten Assessment-Verfahren zur Besetzung der Stelle. Barth wies die Vorwürfe, er habe die Personalentscheidung massiv beeinflussen wollen, mit Nachdruck zurück.

„Ordnungsgemäßes Verfahren“

„Wir haben ein ordnungsgemäßes Assessment-Verfahren mit Beteiligung eines externen Personalberaters aus Bonn durchgeführt“, sagte er. „Dabei hat nun einmal keiner der drei verbliebenen Kandidaten die Anforderungen erfüllt.“

Neben ihm selbst habe das Entscheidungsgremium aus drei weiteren Vertretern der Verwaltung sowie fünf Mitgliedern der Ratsfraktionen bestanden, wie es die Bestimmungen vorsähen. „Die Punktwerte, die ich persönlich dabei vergeben habe, waren übrigens in allen Fällen im mittleren Bereich“, betonte der Dezernent. Leider seien Gesprächsangebote seinerseits von den Personalvertretern immer wieder abgelehnt worden.

Nun sei klar, dass Peter Maier, zuletzt stellvertretender Leiter, die kommissarische Leitung des operativen Segments übernehme. Ein neues Verfahren ist angedacht, wobei sich Verdi dagegen ausspricht.

Maier ist der Favorit der Belegschaft. „Sie ist auch aus Solidarität zu Peter Maier auf die Straße gegangen“, sagt Verdi-Mann Dopatka. Eine „unglaubliche Wut“ spüre er unter den Mitarbeitern, die sich gegen Barth richte. Und auch Dopatka erklärt: „Für Verdi ist ein Personaldezernent mit diesem Kurs nicht mehr tragbar.“ Im Rathaus erklärt derweil OB Marcel Philipp, dass der Protest angekommen sei. Die Müllautos waren nicht zu übersehen.

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