Mit vier dicken Ordnern die Campusbahn stoppen

Von: Thorsten Karbach
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Zufrieden mit vier Ordnern voller Unterschriften: Karl-Heinz Gueth (von links), Maximilian Slawinski und Joseph Nellen von der Initiative „Campusbahn = Größenwahn“ haben 9166 Namen gesammelt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die vier dicken Ordner werden Maximilian Slawinski, Joseph Nellen und Karl-Heinz Gueth nicht mehr in den Ratssaal schleppen. Die nach aktueller Zählung 9166 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen die Campusbahn – und es sind noch nicht alle Listen eingesammelt – behält die Initiative „Campusbahn = Größenwahn“ aber vorerst.

Erst wenn am Mittwoch der Stadtrat den Ratsbürgerentscheid beschließt und das Verfahren mit einem Wahltermin im März 2013 in Fahrt kommt, werden die Unterschriften hinfällig. „Wir behalten sie bis Verfahrensende. Wenn das abgeschlossen ist, werden wir die Listen entsprechend der Datenschutzrichtlinien entsorgen“, erklärt Nellen. 1568 Listen sind es.

Letztlich sind die Ratsparteien wenn man so will, der Initiative zuvorgekommen. Doch Sprecher Slawinski und seine Mitstreiter können sehr gut damit leben. Es gehe allein darum, dass die Bürger für oder – im Sinne der Initiative – gegen die Campusbahn stimmen können. „Ohne uns gäbe es keinen Bürgerentscheid. Wir haben mit unserer Aktion mit Sicherheit dazu beigetragen, dass es nun soweit gekommen ist“, erklärt er. Theoretisch könnte die Initiative ebenso ein Bürgerbegehren in Gang setzen, hat sie doch weit mehr als die erforderlichen 8000 Unterschriften dafür zusammen. „Aber dann gäbe es zwei zur selben Frage. Das kann nicht im Interesse der Aachener Bürger sein“, sagt Slawinski.

Ausgewertet hat die Initiative ihre Unterschriften nicht. Betont wird aber, dass nicht alle Signets im Bereich der Trasse gesammelt wurden. „Wir haben sehr viele Unterschriften aus Eilendorf und Richterich. Das gibt uns Zuversicht“, sagt Slawinski. Die Initiative sieht überall in der Stadt Gegner, spricht von offenen Ohren für die eigenen Argumente – vor allem für die Kritik an der Finanzierung. „Wir fahren mit der Campusbahn in ein wirtschaftliches Chaos“, sagt Gueth.

Die Bürger werden entscheiden. Bis dahin will die Bürgerinitiative weiter präsent sein – auch in einer Wahlbroschüre der Stadt. „Wir haben angesichts von 9000 Unterschriften – denke ich – ein Recht dazu“, findet Slawinski. Untermauern kann er dies mit vier dicken Ordnern.

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