Mit „Startklar” fit für die Zukunft

Von: André Schaefer
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Stellten „Startklar” in der
Stellten „Startklar” in der Gesamtschule Brand vor: von links Walter Kröner (Schulleiter), Oberbürgermeister Marcel Philipp, Staatssekretär Ludwig Hecke, Alexej Kudarenko (Schüler), Wilhelm Grafe und Manfred Frohn (Handwerkskammer) sowie die beiden Schüler Niklas Johnen und Cennet Kilic. Foto: Kurt Bauer

Brand. Schon in der 8. Klasse hatte Niklas Johnen genaue Vorstellungen von seinem beruflichen Werdegang nach der Schule. „Ich wollte immer schon Dachdecker werden”, erzählt er.

Heute, zwei Jahre später, neigt sich seine schulische Laufbahn allmählich dem Ende zu. Im Sommer will er seine Ausbildung beginnen, der Berufswunsch ist der gleiche. Der wesentliche Unterschied zu damals: Jetzt ist er fit für eine Lehre.

Das liegt insbesondere am Projekt „Startklar!”, das vor zwei Jahren von der QualiTec GmbH der Handwerkskammer, dem Sozialwerk der Christen aus Aachen und Düren, In Via e.V. sowie der Jugendberufshilfe der Stadt Aachen ins Leben gerufen wurde. Das Ziel: Schülerabsolventen von Haupt-, Gesamt- und Förderschulen schon rechtzeitig fit zu machen für die spätere Berufsausbildung. Niklas Johnen ist einer von 128 „Startklar!”-Absolventen aus Aachen, die sich nun in der Gesamtschule Brand interessierten Ausbildungsbetrieben präsentierten.

Mindestens sieben Berufsfelder

Drei Jahre lang haben die Schüler zuletzt außerhalb ihres Unterrichts den Arbeitsalltag in mindestens sieben Berufsfeldern kennengelernt, darunter etwa die Bereiche Metall, Gartenbau, Gesundheit und Pflege oder Friseur. Das erste Jahr war verpflichtend, in den Jahrgangsstufen 9 und 10 ging es auf freiwilliger Basis darum, sich zu spezialisieren. Von den anfangs über 1300 „Startklar!”-Teilnehmern aus Aachen, Düren und Euskirchen haben über 300 Schüler das Projekt bis zum Ende begleitet.

„Wir machen schon länger die Beobachtung, dass trotz guter Wirtschaftslage etliche Ausbildungsstellen nicht besetzt werden”, sprach Aachens OB Marcel Philipp als Schirmherr des Projekts ein wesentliches Problem an: die zahlreichen Ausbildungsabbrüche. Der Grund für diese „beunruhigende Entwicklung”, auf die Philipp im Gespräch mit dem Moderator und AZ-Redakteur Robert Esser zu sprechen kam, liege unter anderem an den unzähligen Berufsmöglichkeiten. Denn das große Spektrum an beruflichen Perspektiven erweist sich oft als Segen und Fluch zugleich. Die Schüler verlieren schnell die Orientierung, einer falschen Berufswahl folgt zügig der Abbruch.

„Durch dieses gigantische Projekt werden die Schüler nicht nur bestens auf den Berufsalltag vorbereitet; sie erfahren auch schnell, was sie interessiert und was eben nicht”, betonte Ralf Barkey, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen. Ein großes Lob richtete Ludwig Hecke, Staatssekretär des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, nicht nur an die beteiligten Betriebe, sondern insbesondere an die „Startklar!-Absolventen persönlich: „Euer Engagement ist sehr lobenswert. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Schüler freiwillig nach dem Unterricht über drei Jahre hinweg nachmittags noch für einige Stunden in einem Betrieb arbeiten geht”, so Hecke.

Den Schülern kam diese praktische Erfahrungen jedenfalls zugute. „Mein Berufswunsch hat sich durch das Projekt gefestigt. Darüber hinaus bin ich selbstbewusster geworden”, erzählte Niklas Johnen, der zusammen mit seinen Mit-Absolventen im Anschluss an die Talkrunde den Abend nutzte, um erste berufliche Kontakte für das kommende Jahr zu knüpfen. Aus insgesamt neun verschiedenen Gewerken waren Vertreter zu Gast. Sie alle durften sich von den Fähigkeiten der Absolventen ein erstes Bild machen.

In insgesamt 33 Regionen Nordrhein-Westfalens ging „Startklar”! 2009 an den Start. Das Projekt soll künftig auf ganz NRW ausgeweitet werden. „Für alle war dieses Projekt ein voller Erfolg. Wir sind sehr froh, es weiterführen zu können”, freute sich Hecke.
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